<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Chronik 1125 &#8211; Eiserfey + Dreimühlen + Vollem</title>
	<atom:link href="https://www.eiserfey.de/tag/chronik-1125/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.eiserfey.de</link>
	<description>Informationen aus Eiserfey - Einem Golddorf aus der Eifel</description>
	<lastBuildDate>Wed, 26 Jul 2023 14:40:09 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/BuergervereinEiserfeyDreimuehlenVollem_Wappen-150x150.png</url>
	<title>Chronik 1125 &#8211; Eiserfey + Dreimühlen + Vollem</title>
	<link>https://www.eiserfey.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Sagen aus dem Feytal und um die Kakushöhle</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/1992/01/sagen-aus-dem-feytal-und-um-die-kakushoehle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Willi Brüll]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 1992 14:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1125 Jahre 1992]]></category>
		<category><![CDATA[Eiserfey]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik 1125]]></category>
		<category><![CDATA[Kakus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=5083</guid>

					<description><![CDATA[Aus dem Feytal sind uns zwei Sagen überliefert, die auf die Mythologie und Religion der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Aus dem Feytal sind uns zwei Sagen überliefert, die auf die Mythologie und Religion der Kelten zurückgehen, die vor mehr als zweitausend Jahren hier ansässig waren und auf die auch der Name des Baches, der Tallandschaft und des Ortes zurückgeht. Die Kelten waren, wie schon von römischen Schriftstellern bestätigt wird, sehr religiös. Sie glaubten aber nicht an einen persönlichen Gott, sondern sahen die Natur selbst und die Naturgesetze als göttlich an. Tag und Nacht, Wachsen und Vergehen, Erde, Wasser, Gestirne und alle Lebewesen waren für sie Ausdruck dieser göttlichen Naturordnung. Sie hatten daher große Ehrfurcht vor der Natur und allem Lebendigen. Ihr oberstes Gebot war, die göttliche Ordnung der Natur zu erkennen und sich ihr einzufügen. Wer diese Ordnung missachtete, hatte mit Strafen zu rechnen. Noch heute weist eine Redewendung auf diesen Glauben. Wenn Natursysteme vom Menschen zerstört werden, warnen wir: Die Natur rächt sich. Daran erinnert die alte Sage vom ewigen Jäger, den die Natur wegen eines Jagdfrevels hart bestraft. Von den Kelten wurden die Ordnungskräfte der Natur personifiziert, oft als »Juffern« oder später lateinisch »Matronae«.</p>



<p>Die Sage berichtet von der »Juffer Fey«, die ihren Hauptsitz im obersten Feytal hat. In den Kalkfelsen im Weyerer Wald hält sie sich auf, durchwandert aber auch die bewaldeten Höhen des gesamten Feytales. Wer den Frieden des Waldes stört, den versetzt sie, besonders bei abendlicher Dämmerung, in Angst und Schrecken. Dem Wanderer erscheint sie in vielen Gestalten, meist von Tieren, die ihrem besonderen Schutz unterstellt sind, oder sie macht sich durch allerlei Geräusche bemerkbar. Vornehmlich zu der Zeit, in der im Herbst die ersten Blätter von den Bäumen fallen, soll jeder, der die Wälder durchwandert, sich besonders in Acht nehmen und die Mahnung beherzigen: »<strong><em>Opjepaß on net jelaach, höck öß aller Feyen Daach!</em></strong>« Die Juffer Fey herrscht über das gesamte Feytal. Sie wird dabei von ihren sieben Töchtern unterstützt, denen sie besondere Plätze angewiesen hatte in Urfey, Eiserfey, Feyermühle, Burgfey, Katzvey, Satzvey und Veynau. In den sumpfigen Wiesen beim Schloss Satzvey soll die Juffer Fey mit ihren Töchtern eines Tages versunken sein.</p>



<p>Zwei gallorömische Matronensteine, die den »Matronis Fachineis« den Juffern Fey, geweiht waren, sind bei Zingsheim und Euskirchen-Billig aufgefunden worden.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="border-style:none;border-width:0px;padding-top:0;padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0">
<p>In die Sage vom ewigen Jäger sind, wie bei vielen vorchristlichen Sagen, später Elemente christlicher Glaubenslehre eingeflochten worden. Die Sage ist uns in dieser späteren Form überliefert:</p>



<p><em>Bei Kallmuth lebte vor langer Zeit ein leidenschaftlicher Jäger, der einmal sogar am hochheiligen Weihnachtsfest zur Jagd ging. Gleich zu Beginn der Jagd hatte er einen besonders großen Hasen erlegt. Aber obwohl das Wild massenweise auftrat, gelang es ihm nicht, ein weiteres Stück zu erjagen. Ermüdet setzte sich der Jäger schließlich auf einen Felsblock im Weyerer Wald und legte seine Jagdtasche zur Seite. Plötzlich, als es gerade vom Weyerer Kirchturm zur heiligen Wandlung läutete, kam die Juffer Fey leise an die Tasche heran und flüsterte dem Hasen zu: »Wach auf, wach auf, lieb Schwester Marie! Jetzt gilt&#8217;s zu enteilen, jetzt oder nie!« Und sogleich sprang der Hase aus der Tasche und verschwand im nahen Dickicht. Der Jäger aber griff wütend nach seiner Waffe, lief dem entsprungenen Hasen nach und rief: »Ich will dich wiederhaben, und wenn ich dich jagen müsste bis zum Jüngsten Tag!« Bis heute hat er den Hasen nicht gefunden, und noch immer durchstreift er die Wälder oberhalb Urfey. Und wer zu ungewöhnlicher Zeit oder bei stürmischem Wetter diese Wälder betritt, der wird noch heute zur Vorsicht gemahnt: Der ewige Jäger könnte ihm begegnen.</em></p>
</div>
</div>



<p>Die Sagen, die sich um die Kakushöhle ranken, sind bis auf eine wohl erst zur Zeit der Romantik im vorigen Jahrhundert entstanden. Seit dieser Zeit ist auch der alte Name Kartstein aus der Hochsprache verdrängt worden und nur noch in der Mundart »<strong>Koansteen</strong>« gebräuchlich.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/kakusfels-1_web.jpg" alt="" class="wp-image-6832" width="664" height="507" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/kakusfels-1_web.jpg 440w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/kakusfels-1_web-300x229.jpg 300w" sizes="(max-width: 664px) 100vw, 664px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nach der Darstellung Schiffers war 1907 das Gesicht des Herkules deutlich an einer Felswand des Kartsteins zu erkennen</figcaption></figure>



<p>Die Sage vom Riesen Kakus hat ein fantasievoller Romantiker, wahrscheinlich ein örtlicher Lehrer, dem antiken Schriftsteller Vergil entlehnt, der den Kampf des Riesen Kakus mit Herkules schildert. Die Beschreibung der Höhle des Kakus am Ufer des Tiber bei Rom passt genau auf die Höhle am Kartstein. Kakus soll, von Herkules verfolgt, in unsere Gegend geflohen sein und sich in der Höhle versteckt gehalten haben. Als Herkules ihn endlich fand, entbrannte ein unvorstellbarer Kampf. Die beiden Riesen bewarfen sich mit mächtigen Felsbrocken, die sich schließlich mehr als haushoch auf-türmten. Kakus wurde endlich besiegt und starb unter einem Felsbrocken. Aber auch Herkules war in dem Kampf lebensgefährlich verwundet worden. Auf dem Herkelstein bei Holzheim soll er seinen Verletzungen erlegen sein.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Kakusfels-2_web.jpg" alt="" class="wp-image-6834" width="515" height="358"/><figcaption class="wp-element-caption"><em>So stellte Schiffer 1907 des Kartstein mit dem Kopf des Kakus in seinem Führer durch das Feytal dar</em></figcaption></figure>



<p>Früher war der Kartstein nur von niedrigem Buschwerk umgeben, und man konnte von Eiserfey aus an zwei vorspringenden Felsnasen deutlich die Gesichter der beiden Riesen erkennen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Da die Herkunft des Namens Kartstein ungeklärt ist, konnte sich mit diesem Namen leicht eine weitere Sage verbinden:</p>



<p><em>Eiserfey gehörte früher zur Pfarre Weyer, und ein Weg zum sonntäglichen Gottesdienst in Weyer führte auch an der Kakushöhle vorbei. Drei junge Burschen taten so, als gingen sie zur Messe, blieben aber dann regelmäßig in der Kakushöhle hocken, um während des Gottesdienstes dem Kartenspiel zu frönen. Eines Sonntags besuchte ein gut gekleideter Fremder die Höhle und schaute den Kartenspielern zu. Er wurde zum Mit-spielen eingeladen. Bald verlor er viel Geld an die Mitspieler, deren Spielleidenschaft dadurch noch weiter angetrieben wurde. Im Eifer des Spiels fiel einem der Burschen eine Karte zu Boden. Er bückte sich und erschrak. Der Gast hatte einen Pferdefuß. In großer Aufregung und panischer Angst bekreuzigten sich die drei und rannten weg, um nie wieder die Höhle zu betreten. Vor Wut, dass ihm diese Seelen doch noch entgangen waren, stieß sich der Teufel mit seinem Pferdefuß von der Decke der Höhle ab und verschwand unter großem Getöse in die Erde. Der Abdruck des Pferdehufes und der Felsspalt, durch den der Teufel verschwand, sind noch am oberen Ausgang der großen Höhle zu erkennen.</em></p>
</div>
</div>



<p>Die kleine Höhle heißt auch »Kengsches Holl«. Man erzählte den Kindern, aus dieser Höhle holten die Hebammen die kleinen Kinder. Unartigen Kindern drohte man, sie wieder in die Höhle zurückzubringen, in der sie dann auf Nimmerwiedersehen verschwinden würden.</p>



<p>Eine weitere Sage geht wohl auf keltische Mythologie zurück. Im Volke hält sich noch heute hartnäckig der Glaube, von der Kakushöhle habe früher ein unterirdischer Gang zur Kirche in Weyer geführt, an deren Stelle ein heidnischer Tempel gestanden habe. Von der großen Höhle führt zwar ein kurzer Seitengang in Richtung auf die Weyerer Kirche, der aber durch Auswaschung durch einen Wasserlauf entstanden ist. Dieser unterirdische Wasserlauf, der vom Weyerer Wald kommend unter der Weyerer Kirche verläuft, liegt heute tief unter den Höhlen. Die Kelten, die sich auch auf dem Kartstein aufgehalten haben und an der Stelle der Weyerer Kirche höchstwahrscheinlich eine Kultstätte hatten, maßen solchen Verbindungen durch unterirdische Wasserläufe eine große kultische Bedeutung bei.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><em>Nach Überlieferungen zusammengestellt von Willi Brüll</em> in Chronik 1992 Eiserfey</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unsere Heimat zur Römerzeit</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/1992/01/unsere-heimat-zur-roemerzeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Willi Brüll]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 1992 13:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1125 Jahre 1992]]></category>
		<category><![CDATA[Eiserfey]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik 1125]]></category>
		<category><![CDATA[Römer]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=5070</guid>

					<description><![CDATA[Von 55 v.&#160;Chr. bis ins 5. Jahrhundert n.&#160;Chr., also fast ein halbes Jahrtausend, war unsere [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Von 55 v.&nbsp;Chr. bis ins 5. Jahrhundert n.&nbsp;Chr., also fast ein halbes Jahrtausend, war unsere Heimat dem römischen Reich einverleibt und wurde von der römischen Besatzungsmacht beherrscht. Aus dem gesamten Zeitraum gibt es nur wenige, dazu noch ungenaue schriftliche Berichte. Die wichtigsten Zeugnisse dieser Zeit sind die Bodenfunde und ihre Auswertung. Dazu gibt es sehr ausführliche neuere Literatur, auf die der interessierte Leser hingewiesen wird. Besonders die Werke von Haberey: »Die römische Wasserleitung nach Köln« und Horn: »Die Römer in Nordrhein-Westfalen« seien erwähnt. Wanderführer und Beschilderung am Römerkanalwanderweg geben auch anschaulich Auskunft über den durch Eiserfey führenden Römerkanal, das mit 110 Kilometer Länge größte römische Bauwerk nördlich der Alpen. Wir verzichten daher in dieser Schrift auf eine detaillierte Darstellung zum Römerkanal und geben dem siedlungsgeschichtlichen Überblick dieser Zeit mehr Raum, soweit er unsere engste Heimat betrifft.</p>



<p>Vor der Römerzeit bewohnten die keltischen Beigen unser Gebiet. Der Ortsname Billig, zur Römerzeit als Siedlung und Kontrollstation an einer wichtigen Straßenkreuzung gelegen, erinnert mit seinem römischen Namen »Belgica« an diese Bewohner. Dieser keltische Volksstamm mußte sich wahrscheinlich schon vor dem Eindringen der römischen Truppen auf dem befestigten Plateau des Kartsteins gegen die keltisch-germanischen Eburonen verteidigen, die ihren Siedlungsraum zwischen Maas und Rhein nach Süden vorschoben. Die Eburonen leisteten den römischen Eroberern heftigen Widerstand und fügten den römischen Truppen schwere Niederlagen zu. Im Jahre 53&nbsp;v.&nbsp;Chr. trat der römische Feldherr Cäsar mit seinem gesamten Heer gegen die Eburonen unter ihrem Führer Ambiorix an. Nach seinem Sieg rottete Cäsar den gesamten Stamm der Eburonen aus. Vielleicht ließ er damals auch die Befestigungsanlage auf dem Kartstein schleifen.</p>



<p>In das nun entvölkerte Gebiet links des Rheins siedelten die Römer zwischen Köln und Bonn den ihnen freundlich gesinnten Stamm der Ubier an, die vorher rechts des Rheins gelebt hatten, wegen ihrer Freundschaft mit den Römern aber von ihren germanischen Nachbarn angefeindet wurden. Am mittleren Lauf der Rur siedelte Kaiser Tiberius im Jahre 8&nbsp;n.&nbsp;Chr. 40 000 Sunuker in dem vorher von Eburonen bewohnten Land an. In der Folgezeit herrschte Friede und Ruhe in unserer Heimat. Erst ab 260&nbsp;n.&nbsp;Chr. begannen die rechtsrheinischen Franken in unser Gebiet einzudringen, zunächst in die Ebenen, etwa ab 400 n.&nbsp;Chr. auch in unseren Raum. Die einheimische, teilweise noch keltoromanische Bevölkerung, wurde zunächst aus den Hauptorten verdrängt und schließlich von der fränkischen Überzahl völkisch und kulturell aufgesogen. Die römischen Besatzungstruppen hatten um 400 den Eifelraum schon völlig aufgegeben und hielten nur noch die großen Städte Köln und Trier. Nachdem die Franken einen wichtigen Lebensnerv der Stadt Köln, die Eifelwasserleitung, zerstört hatten, wurde um 455 auch Köln von den Römern aufgegeben. Die Herrschaft der Franken, von denen wir Grabstätten in der Kirche Weyer und von Zingsheim kennen, hatte sich durchgesetzt.</p>



<p>In Flurnamen, Ortsnamen und in der Mundart sind Reste der keltischen, germanischen und römischen Sprache bis heute bei uns erhalten geblieben, und wenn wir uns unsere Nachbarn in unserem Ort und in der Umgebung anschauen, erkennen wir, dass wir hier nicht einen einheitlichen Menschentypus vor uns haben wie in manchen anderen deutschen oder europäischen Landschaften, sondern eine Mischbevölkerung, aus der immer noch die Herkunft aus verschiedensten Stämmen erkennbar ist, die hier ihren Lebensraum hatten.</p>



<p>Die Römer konnten ihr Weltreich nur dank ihrer hervorragend funktionierenden Infrastruktur über so lange Zeit beherrschen. Von großer strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung war für sie ein gutes Fernstraßennetz. Die Römer begannen mit dem Bau dieser Straßen gleich nach der Besetzung des Landes. Das römische Zentrum Köln war über mehrere Fernstraßen mit Frankreich und dem Mittelmeerraum verbunden. Eine dieser Fernstraßen, von Lyon über Trier – Jünkerath – Marmagen -Billig nach Bonn und Köln, führte über die Höhe östlich unseres Heimatortes. Die Trasse ist teilweise heute noch erhalten. Zwischen Hermesberg und der Zingsheimer Brücke liegt die heutige A1 über der Römerstraße. In der Nähe der Straße sind in römischer Zeit zahlreiche Gutshöfe errichtet worden. Auch auf den Höhen in der Nähe unseres Ortes weisen mehrere Plätze mit Resten römischer Sandsteine, Ziegel und Keramikscherben auf Wohnplätze zur römischen Zeit. Die Bauten sind bis heute noch nicht freigelegt. Dass sich zur römischen Zeit auch Menschen über längere Zeit in der Kakushöhle aufgehalten haben, ist durch Funde belegt. In Eiserfey selbst wurde bis heute noch kein römerzeitlicher Wohnplatz nachgewiesen.</p>



<p>Um 100&nbsp;n.&nbsp;Chr. wurden von den Römern die Quellen bei Dreimühlen, Urfey und Kallmuth gefasst und die vorher nur bis ins Vorgebirge reichende Wasserleitung von Köln bis zu diesen Quellen verlängert. Nach Fertigstellung der Kanalstrecke flossen durch diesen Kanal täglich etwa 20 Millionen Liter Eifelwasser nach Köln. Der Kanal war nach der Römerzeit noch viele Jahrhunderte lang praktisch vollständig erhalten. Erst im Mittelalter wurden seine sämtlichen oberirdischen Teile und weite unterirdische Strecken als Baumaterial abtransportiert, der Kalksinter wurde als Marmorersatz bei Kirchenbauten verwendet.</p>



<p>Zur Römerzeit wurde in unserer Gegend auch Erzbergbau und Verhüttung betrieben. Aus Mechernich stammt ein Bleibarren mit Nennung der XVI. Legion, die von 43 bis 70&nbsp;n.&nbsp;Chr. in Neuss stationiert war. Aus Zingsheim gibt es Hinweise auf Kupferbergbau zur Römerzeit. Vermutlich ist zur Römerzeit auch der Braun- oder Roteisenstein bei Eiserfey abgebaut und verhüttet worden. Schlackenfunde im Römerkanal und auf dem Kartstein könnten auf eine Eisenverhüttung schon zu dieser Zeit hinweisen.</p>



<div class="wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Die römische Wasserleitung nach Köln führte mitten durch das heutige Eiserfey. Die Trasse des Kanals führt von den Hauserbenden durch Dreimühlen nach Eiserfey, vom Auel in den linken Berghang, an der Kirche vorbei, etwa gradlinig zum Sammelbecken auf dem Grundstück Hochgürtel gegenüber der „Römerstube“. Dieses Sammelbecken, 1959 zufällig gut erhalten aufgefunden, wurde nach der Freilegung aus Kostengründen wieder zugedeckt, ebenso der 1981 am Sägewerk Urfey freigelegte gut erhaltene römische Aquädukt. Im Sammelbecken flossen die Leitungsstränge von Kallmuth und Urfey mit dem Strang aus den Hauserbenden zusammen. Der Kanal führte vom Sammelbecken zum rechten Berghang, wo noch ein Kanalstück zu sehen ist, und weiter nach Vussem.</p>



<p>Das Eiserfeyer Sammelbecken ist ein kreisrundes Becken von 3,05 m lichtem Durchmesser; seine Sohle liegt bei 320,10 m ü. NN und etwa 2 m unter der heutigen Geländeoberfläche, die wohl auch der römischen entspricht. Die Ringmauer ist 0,52 m stark und besteht aus sauber zugerichteten Grauwacke-Steinen; den Boden bilden Ziegelplatten. Die Innenwand war mit rotem Wasserputz (Opus signinum) ausgekleidet, der größten-teils abgewittert ist. Sandsteinblöcke von halbrundem Querschnitt, von denen noch einige im Beckeninneren lagen, deckten ursprünglich die Mauerkrone.</p>



<p>Von den zwei eingehenden Kanälen und von dem einen abgehenden Kanal ist nur der von Dreimühlen herkommende bis obenhin erhalten: Im Lichten ist die Öffnung 0,54 m breit und 0,54 m hoch. Dieser Zulauf wird von zwei aufrecht stehenden Sandsteinblöcken gebildet, die oben mit einer dicken Sandsteinplatte abgedeckt sind.</p>



<p>Der von den Quellen in Kallmuth und Vollem herkommende Strang hat eine lichte Weite von 0,50 m. Er ist in seinem oberen Verlauf mehrfach angetroffen worden und hatte dort eine Plattenabdeckung. Bei Kanalarbeiten in der Hauserbachstraße kurz vor dem Sammelbecken war der Kanal jedoch mit einem Gewölbe abgedeckt, sodass er hier in dieser Weise rekonstruiert werden konnte.</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="358" height="269" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image018-1.jpg" alt="" class="wp-image-5071" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image018-1.jpg 358w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image018-1-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 358px) 100vw, 358px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Aufschluß der römischen Wasserleitung nach Köln unterhalb Eiserfey</em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Sammelbecken_1.jpg" alt="" class="wp-image-3631" width="328" height="217"/><figcaption class="wp-element-caption">Sammelbecken Innenansicht
Foto:  Waldemar Haberey</figcaption></figure>



<p>Nach der Ausgrabung wurde der Befund wieder zugeschüttet, um ihn vor Witterung-Schäden zu bewahren. Dem Wunsch zahlreicher Eiserfeyer Bürger entsprechend, kam es im Jahre 2005 zu einem Grundstückstausch, bei dem die Stadt Mechernich das Grundstück im Garten an der B 477, gegenüber der Einmündung der Vollemer Straße, mit dem Sammelbecken erwarb.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="352" height="264" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image021.jpg" alt="" class="wp-image-5079" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image021.jpg 352w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image021-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Schutzbau des Sammelbeckens an der Kreuzung B 477 / Vollemer Straße</em></figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p>Mit viel ehrenamtlichem Engagement brachte die Dorfbevölkerung danach das Sammelbecken freigelegt und mit einem Schutzbau versehen. Um einerseits das gut erhaltene Sammelbecken zu schützen und es andererseits für alle Besucher zugänglich zu machen, wurde ein vergitterter Pavillon errichtet. Ein Blick in das in etwa zwei Meter Tiefe gelegene Zeugnis römischer Baukunst ist jederzeit möglich.</p>



<p>Somit ist der Originalbefund dieses wichtigen Kleinbauwerks aus dem Verlauf des Römerkanals an Ort und Stelle mit Mitteln der NRW-Stiftung wieder sichtbar und erlebbar gemacht worden.</p>
</div>
</div>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Quelle:<br>Gastautor Willi Brüll, Chronik 1125 Jahre Eiserfey 1992</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
