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	<title>Historisches Feytal &#8211; Eiserfey + Dreimühlen + Vollem</title>
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	<description>Informationen aus Eiserfey - Einem Golddorf aus der Eifel</description>
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	<title>Historisches Feytal &#8211; Eiserfey + Dreimühlen + Vollem</title>
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		<title>(17) Kakushöhle</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/kakushoehle-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Klefisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 10:49:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kakushöhle ist eine Höhle im Karstein bei Dreimühlen (Mechernich), sie zählt zu den größten [&#8230;]]]></description>
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<p>Die Kakushöhle ist eine Höhle im Karstein bei Dreimühlen (Mechernich), sie zählt zu den größten offenen Höhlen in der Eifel.<br>Vor ca. 500.000 bis 250.000 Jahren entstand der Karsteinfelsen (Kalktuff oder Travertin), der an seiner mächtigsten Stelle zwanzig Meter hoch ist. Das gesamte Gelände steht unter Naturschutz, ist es doch ein überregional bedeutendes geologisches und archäologisches Denkmal. Neben der Kakushöhle, der großen Höhle, befindet sich hier auch noch eine zweite kleinere Höhle, kaltes Loch genannt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="680" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-680x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3559" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-680x1024.jpg 680w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-199x300.jpg 199w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-768x1156.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-1020x1536.jpg 1020w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-1360x2048.jpg 1360w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle-grosse-Hoehle-scaled.jpg 1700w" sizes="(max-width: 680px) 100vw, 680px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kakushöhle &#8211; Große Höhle</figcaption></figure>



<p>Schon vor etwa 300.000 Jahren hinterließ der Mensch &#8211; homo erectus &#8211; seine ersten Spuren. Einfache Geröllwerkzeuge aus der Zeit der Sinterbildung, die bei archäologischen Untersuchungen gefunden wurden, geben darüber einen Nachweis.</p>



<p>Die Kakushöhle wurde bereits vor 80.000 bis 30.000 Jahren bewohnt, zuerst lebten Neandertaler dort, später fanden eiszeitliche Jetztmenschen dort Unterkunft, was Funde belegen. Am Ende der Eiszeit, vor etwa 12.000 Jahren, war der Kartstein Wohnplatz und Jagdstation von Rentierjäger, die hier im engen Tal den Tieren den Weg abschnitten und sie mit Pfeil und Bogen erlegten.</p>



<p>Von den Pfeilspitzen der Rentierjäger (sogenannte Stielspitzen) bis hin zu Tonscherben aus der Zeit der Bandkeramik (Jungsteinzeit, vor ca. 6400 Jahren) wurden weitere Beweise der Anwesenheit von Menschen an diesem Platz gefunden.</p>



<p>Auch die Kelten und Römer nutzten die Höhle, wie ältere Funde beweisen. Auf dem Plateau des Kartseins befindet sich ein keltisch-römischer Befestigungswall. Das Plateau diente vermutlich als Fliehburg zum Schutz vor den ins Römische Reich einfallenden Franken, wie gefundene römische Münzen aus dieser Zeit nahelegen. Viele dieser Funde befinden sich heute im Römisch-Germanischen Museum in Köln.</p>



<p>Die Höhle ist frei zugänglich und bequem von einem Parkplatz an der Bundesstraße 477 zu erreichen. Ein Rundgang mit Schautafeln führt über das Gelände und durch die Höhlen und gibt den Besuchern einen kleinen Einblick in die frühe Menschheitsgeschichte.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img decoding="async" width="294" height="171" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Kakushoehle_Cafe.jpg" alt="" class="wp-image-3558"/><figcaption class="wp-element-caption">Cafe an der Kakushöhle</figcaption></figure>



<p>Quelle:<br>https://eifelfuehrer.de/touristische-ziele/geschichtliche-zeugnisse/kakushoehle.html</p>
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			</item>
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		<title>(04) Römerkanal Sammelbecken</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/sammelbecken-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Klefisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 10:29:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine römische Meisterleistung war der Bau der römischen Wasserleitung, die auch mitten durch Eiserfey führte. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine römische Meisterleistung war der Bau der römischen Wasserleitung, die auch mitten durch Eiserfey führte. Die römische Wasserleitung (Römerkanal) durchzieht durch unterirdische steinerne Kanäle und über gewaltige Aquädukte das Kreisgebiet Euskirchen. Das Kanalsystem der alten Römer im Rheinland ist ein architektonisches Meisterwerk. Jahrhundertelang hat der Römerkanal das zum Leben notwendige Quellwasser nach Köln, der Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien geleitet. Vom 1. – 3. Jahrhundert waren es rund 20.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich. Der Bau der römischen Wasserleitung (Eifelwasserleitung) begann nach heutigen Erkenntnissen ca. 80 n.&nbsp;Chr. Die Quellen, aus denen sich dieses Bauwerk versorgte, liegen oberhalb Dreimühlen, im stillen Tal hinter Urfey.</p>



<p>Die am weitesten entfernte Quelle lag bei Nettersheim. Dort wurde in einer ca. 80 m langen Sickergalerie das Hangquellwasser aufgefangen und einer Quellfassung (heute als „Grüner Pütz“ bekannt) zugeführt. Im Endausbau betrug ihre direkte Länge zwischen der Quelle am „Grünen Pütz“ und Köln ungefähr 85 Km. Bis zum Einfall der Franken in Köln und dessen Zerstörung war die römische Wasserleitung bis ca. 260 n.&nbsp;Chr. in Betrieb. Teile der Eifelwasserleitung sind heute noch in Eiserfey und Umgebung zu sehen. So zum Beispiel das Römerkanalsammelbecken.</p>



<p>Ein bedeutender Teil dieses Leitungssystems ist in Eiserfey wieder ans Tageslicht gekommen: Das Sammelbecken, in dem die Hauptleitung in das heutige Köln begann. Das Sammelbecken wurde 1959 bei der Verlegung einer Rohrleitung entdeckt. Das Becken ist kreisrund und hat einen Durchmesser von 3,05 m. Seine Sohle lieg bei 320,10 m ü. NN. Die Ringmauer ist 0,52 m stark und besteht aus Grauwackesteinen. Der Boden ist aus Ziegelplatten. Die Innenwand war mit rotem Wasserputz (Opus signinum) ausgekleidet, der größtenteils abgewittert ist. Sandsteinblöcke von halbrundem Querschnitt, von denen noch einige im Beckeninneren liegen, deckten ursprünglich die Mauerkrone. Von den zwei eingehenden Kanälen und von dem einen abgehenden Kanal ist nur der von Dreimühlen kommende in Gänze erhalten: Im Lichten ist die Öffnung 0,54 m breit und 0,54 m hoch. Dieser Zulauf wird von zwei aufrecht stehenden Sandsteinblöcken gebildet, die oben mit einer dicken Sandsteinplatte abgedeckt sind.</p>



<p>Der von den Quellen in Kallmuth und Vollem kommende Strang hat eine lichte Weite von 0,50 m. Er ist in seinem oberen Verlauf mehrfach angetroffen worden und hatte dort eine Plattenabdeckung. Bei Kanalarbeiten in der Hauserbachstraße, kurz vor dem Sammelbecken, war der Kanal jedoch mit einem Gewölbe abgedeckt. Der Kanal konnte hier in dieser Weise rekonstruiert werden. </p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><img decoding="async" width="252" height="167" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Sammelbecken_1.jpg" alt="" class="wp-image-3631"/><figcaption class="wp-element-caption">Sammelbecken Innenansicht
Foto:  Waldemar Haberey</figcaption></figure>



<p>Das historische Bauwerk wurde 1959 wieder zugeschüttet, um es vor Witterungsschäden zu bewahren. Gegen eine erneute Freilegung hatten die Denkmalschützer Bedenken erhoben, da man Beschädigungen befürchtete. Auf Anregung des damaligen Ortsvorstehers Alfred Mießeler kam es zur Bildung eines Vereins (gemeinnützige Dorfgesellschaft), der sich fortan um das Erscheinungsbild von Eiserfey kümmern sollte und der wenig später per Vertrag auch die Pflege der öffentlichen Grünflächen von der Stadt Mechernich übernahm. So kam auch das Sammelbecken wieder ins Gespräch. Eine erneute Freilegung des historischen Bauwerkes war nicht vorgesehen. Dr. Klaus Grewe sagte im Ausschuss: „Die Eifelwasserleitung ist mit ihren 95 Kilometern der technisch bedeutsamste Bau der Antike.“ </p>



<p>Das Sammelbecken an der Hauserbachstraße sei „von überragender kulturhistorischer Bedeutung“. Um dort keine Schäden anzurichten, solle lediglich ein Nachbau errichtet werden. Damit gaben sich die Eiserfeyer allerdings nicht zufrieden. Gemeinsam mit den Architekten Rudi Mießeler und Peter Sampels tüftelten sie einen Plan aus, für den Dr. Klaus Grewe laut Alfred Mießeler „Feuer und Flamme“ gewesen sei.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-628" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001-1024x768.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001-300x225.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001-768x576.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001-1536x1152.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/P1010001.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Römerkanal Sammelbecken</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="578" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Sammelbecken_2023-1024x578.jpg" alt="" class="wp-image-6202" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Sammelbecken_2023-1024x578.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Sammelbecken_2023-300x169.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Sammelbecken_2023-768x434.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Sammelbecken_2023.jpg 1190w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fassung 2023</figcaption></figure>



<p>Durch einen Grundstückstausch erwarb die Stadt Mechernich das Grundstück, auf dem sich das Sammelbecken befand. Die Eiserfeyer Dorfgemeinschaft trug mit vereinten Kräften ca.€12.000,- für Baumaterial zusammen. Eine tatkräftige Truppe unter der Führung von Hans Gerd Harperscheidt und Theo Groß begann am 14. Juli 2004 mit den Arbeiten. Sie legten das Sammelbecken fachmännisch frei, restaurierten es und überbauten es mit einem Schutzhaus (Oktogon).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="837" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1-1024x837.jpg" alt="" class="wp-image-4041" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1-1024x837.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1-300x245.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1-768x627.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1-1536x1255.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/image292-1.jpg 1880w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Theo Groß u Hans-Gerd Harperscheidt</figcaption></figure>



<p>Nach der Fertigstellung erhielten die fleißigen freiwilligen Helfer in einer Feierstunde eine Urkunde und eine Anerkennung. Ehrenamtliche Tätigkeit für den Ort und Steigerung des Fremdenverkehrs ist beispielhaft.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="302" height="229" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/gemeinnuetzige_dorfgemeinschaft.png" alt="" class="wp-image-3234" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/gemeinnuetzige_dorfgemeinschaft.png 302w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/gemeinnuetzige_dorfgemeinschaft-300x227.png 300w" sizes="auto, (max-width: 302px) 100vw, 302px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Alte Schule Eiserfey</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/alte_schule_eiserfey/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Klefisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 10:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Die ehemalige Schule von Eiserfey befindet sich in der Nachbarschaft des ehemaligen Bürgermeisteramtes. Um eine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die ehemalige Schule von Eiserfey befindet sich in der Nachbarschaft des ehemaligen Bürgermeisteramtes.</p>



<p>Um eine eigene Schule für ihre Kinder bemühten sich die Eiserfeyer schon 1820, fünf Jahre vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht durch die preußische Regierung. Damals unterrichtete ein gewisser Schneider aus Zingsheim die Kinder in einer sogenannten Winkelschule. Dies wurde ihm jedoch durch die Regierung bald aufs strengste verboten. </p>



<p class="has-text-align-left"><em><sub>Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden, 25.03.1870</sub></em></p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1284" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-3.png" alt="" class="wp-image-1400" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-3.png 703w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-3-164x300.png 164w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-3-561x1024.png 561w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden, 25.03.1870</sub></em></figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Winkelschulen waren nicht anerkannte, privat organisierte Volksschulen. Der Besuch war kostenpflichtig und konnte bar oder in Naturalien beglichen werden, jedoch befanden sich diese Schulen außerhalb des staatlichen Schulgeldsystems. Das Lehrpersonal verfügte im Allgemeinen weder über fachspezifische noch pädagogische Kenntnisse. Entsprechend vermittelten Winkelschulen in erster Linie sehr elementares Basiswissen durch Auswendiglernen, vor allem Grundkenntnisse in Lesen und Schreiben. (Wiki)</p>



<p>Noch 1857 wurde der Antrag auf Errichtung einer Schule in Eiserfey vom Gemeinderat Weyer aus Kostengründen abgelehnt.</p>



<p>Bis 1865 mussten die Kinder von Eiserfey die Schule in Weyer besuchen. Danach wurde im Privathaus von Sauerbier, der Kapelle gegenüber, Unterricht gehalten. 1870 wurde die Schule am Alten Weg eröffnet, in der bis zur letzten kommunalen Neugliederung 1969 die Kinder von Eiserfey unterrichtet wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1004" height="1004" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Alte-Schule-2023.jpg" alt="" class="wp-image-5954"/><figcaption class="wp-element-caption">Erstes Schulgebäude</figcaption></figure>



<p>Nach Unterlagen der Bürgermeisterei Weyer betrug die Schülerzahl in Eiserfey<br>1896&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 90 Schulkinder<br>1907&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 77 Schulkinder<br>1919&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 79 Schulkinder<br>1929 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 72 Schulkinder<br>1933&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 85 Schulkinder<br>1935&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 79 Schulkinder</p>



<p>In den einklassigen Schulen unterrichtete ein Lehrer diese Schülerzahl im Wechselunterricht bis zu 8 Stunden. Nach dem Krieg wurde die Klassengröße zwischen 45 und 50 festgelegt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>1928 war die Gemeindevertretung bei 72 Schülern nicht vom dringenden Bedürfnis zur Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle überzeugt und ist daher mit der Einrichtung der Stelle solange, als noch nicht ein zweiter Schulsaal vorhanden ist, nicht einverstanden. 1929 gab es die Versicherung der Lehrpersonen und Schulkinder gegen Unfälle auf den vorgeschrieben Wanderungen und Ausflügen.</p>



<p>Michael Linden aus Eiserfey hat anlässlich der 1125-Jahr-Feier Eiserfey die Schulchronik von 1936 bis 1967 hinsichtlich von Ereignissen in Eiserfey und der Schule ausgewertet. Sie wurde in wesentlichen Teilen von dem Lehrer Alfons Nießen erstellt. Mit dem Ruhestand des Lehrers Alfons Nießen 1967 enden auch die Aufzeichnungen in der Schulchronik. Während seiner Kriegsdienstzeit und der folgenden Gefangenschaft in England wurde die Schulchronik von den Lehrerinnen Meinhardt und Resch geführt.</p>



<p>Daher gibt es für diesen Zeitraum detaillierte Angaben über die Schule und über Vorgänge in Eiserfey. Lehrer Nießen hat hierin auch umfassend über den <a href="https://dev.eiserfey.de/industrielle-geschichte/weitere-werke/travertinabbau-eifelmarmor/" data-type="page" data-id="303">Travertinabbau am „ahle Koansteen“</a> geschrieben sowie über den Bau der Wasserleitung zur Trinkwasserversorgung.</p>



<p>Am 01.04.1936 trat Lehrer Alfons Nießen sein Amt als Nachfolger von Lehrer Gronewald an, der in den Ruhestand ging. Geplant wurdeder Neubau einer 2-klassigen Schule. Der Kostenanschlag hierfür belief sich auf 22000 RM. Der Schulsaal in der alten Schule sollte dabei zu einer weiteren Lehrerdienstwohnung umgebaut werden.</p>



<p>1937 besuchten 83 Kinder die Schule in Eiserfey. Am 12.05.1938 zogen 80 Schulkinder in die neuerbaute Schule ein. <br>Im Zuge der Gebäudebeschreibung wird u.a. vermerkt:<br><em>Die alten vorsintflutlichen Abortanlagen und der angrenzende Stall wurden gründlich umgebaut.</em><br><em>Alle Abwässer der beiden Gebäude (alte und neue Schule) sind in den alten Schulbrunnen im ehemaligen Lehrergarten geleitet, wo sie versickern. Anfänglich sollten sie in einen Nebenarm des Römerkanals fließen. Derselbe kommt von der Hauserbachquelle hinter Dreimühlen herunter. 1934 stieß man beim Neubau der Kirche hierauf. Der Nachbar Latz hat die Abwässer seines Hofes dem Arm zugeführt. Trotz tagelanger Suche nach ihm in den unterhalb des Schulhofes gelegenen Grundstücken, bis 3 m tiefe Gräben wurden ausgeworfen, war er nicht aufzufinden.</em></p>



<p>Am 01.06.1946 übernimmt die Lehrerin Maria Resch die Eiserfeyer Schule. Der Unterricht beginnt nach 18 Monaten Pause für 84 Kinder wieder. Am 01.01.1948 kehrt Lehrer Alfons Nießen aus englischer Gefangenschaft zurück und nimmt im April den Schuldienst in Eiserfey wieder auf. <br>An der Schule werden 1957 die Toiletten neu gebaut. Darüber entsteht ein Feuerwehrhaus.</p>



<p>Die Schule in Eiserfey wird März 1964 dreiklassig. Frau Bremke aus Mechernich übernimmt die dritte Klasse. Am 31.07.1967 tritt Hauptlehrer Nießen in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Frau A. Tiemann.</p>



<p>Seit 1928 unterrichteten folgende Lehrerinnen die Schulklassen in Eiserfey:<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1928 – 1935 Christine Klauser<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1935 Frl. Leuchtenberg (1 Monat)<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1935 -1939 Helene Lewandowsky<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1939 Änne Lauffs (schied wegen Heirat aus dem Schuldienst aus. Im Betrieb ihres Mannes lehrte sie danach das Steinmetzhandwerk und machte als 1. Deutsche Frau darin die Gesellenprüfung)<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1939 – 1944 Irene Meinhardt<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1946-1954 Maria Resch<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1960 – März 1963 Christel Frohn<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; März 1963 -Juli 1967 Frau Meier, geb. Reiter<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1964 &#8211; ? Frau Bremke<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Juli 1967 – ? A. Tiemann</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="512" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-1024x512.jpg" alt="" class="wp-image-2213" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-1024x512.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-300x150.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-768x384.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-1536x768.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/IMG_20230301_124854-2048x1024.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Alte Schule&#8220; Eiserfey 2023</figcaption></figure>



<p>Das Schulgebäude im Eigentum der Stadt Mechernich wurde nach 1969 dem Ortskartell, später dem Bürgerverein, zur Nutzung übergeben. Dort finden nun Veranstaltungen wie Altentag, Sommerfest u.ä. sowie Informationsabende und Versammlungen statt. In Eigenregie werden die Räume instandgehalten. Die Toiletten wurden 1994 und zuletzt 2020/2021 von dem Bürgerverein komplett saniert.</p>



<p></p>



<p><strong>Quellenangaben:</strong><br>Chronik 1125 u 1150 Jahre Eiserfey<br>Michael Linden, Schulchronik Eiserfey 1936 &#8211; 1967<br>Wikipedia, Winkelschulen<br>Niederschriften der Sitzungen des Gemeinderates Bürgermeisterei Weyer</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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		<item>
		<title>(03) Transportseilbahn Vollem</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/seilbahn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann W. Mießeler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 08:37:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Transport von Kalkstein von Hausen (Dreimühlen) zur Bleihütte (Mechernich) Johann W. Mießeler Kalkstein war in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Transport von Kalkstein von Hausen (Dreimühlen) zur Bleihütte (Mechernich)</h4>



<p class="has-small-font-size">Johann W. Mießeler</p>



<p>Kalkstein war in und um Eiserfey herum reichlich vorhanden und wurde hier abgebaut. Der gewonnene Kalkstein wurde in Hochöfen zu Kalk gebrannt oder bei der Erzverhüttung zugesetzt. Als Branntkalk beim Hausbau, beim Tünchen der Wohnungen und Ställe sowie als Düngekalk fand der gebrannte Kalk Verwendung.</p>



<p>Das <a href="https://dev.eiserfey.de/?page_id=351">Kalkbrennen</a> und die <a href="https://dev.eiserfey.de/?page_id=631">Eisenerzverhüttung</a> sind schon auf diesen Seiten beschrieben.</p>



<p>Die Steigerung der Bleierzverhüttung im Mechernicher Bleibergwerk erhöhte auch den Bedarf an Kalkstein. Wegen des hohen Kieselsäuregehalts des geförderten Bleierzes wurde diesem, um eine fließfähige Schlacke zu erhalten, vor dem Schmelzprozess Kalk in Form von Kalksteinsplitt zugeschlagen. Aus diesem Grund erwarb der Mechernicher Bergwerks-Actien-Verein zwei Kalksteinbrüche (auf Tivoli bei Vollem und auf Hausen bei Dreimühlen) in der Gemarkung Weyer. 1878/79 wurde mit dem Abbau auf Tivoli begonnen.</p>



<p>Der Transport der Kalksteine erfolgte mit Pferdefuhrwerken zur Bleihütte am Bachrevier in Mechernich und wurde aufgrund des gesteigerten Fördervolumens zu teuer und durch eine Seilbahn ersetzt. 1883 wurde mit dem Bau einer 3,8 km langen Drahtseilbahn von der Hütte zum Steinbruch auf Tivoli begonnen und 1890 bis zum Steinbruch auf Hausen verlängert. Die Drahtseilbahn wurde von eisernen Pfeilern gehalten, die im Abstand von 30 bis 50 Metern im Erdreich verankert waren. Um die gleichbleibende Spannung in den Tragseilen zu gewährleisten, waren auf Hausen, auf Tivoli und an der Bleihütte schwere Gewichte an den Seilen angebracht. Auf dem Lorbacher Berg stand der sogenannte Spannblock. An diesem waren die Tragseile so verankert, dass der Zug von der Bleihütte den Zug vom Zwischenort Tivoli ausglich.</p>



<p>Hinter Vollem musste auf der Bergkuppe ein Einschnitt gegraben werden, damit die gefüllten Körbe nicht  den Boden berührten. </p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="925" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-925x1024.jpg" alt="" class="wp-image-127" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-925x1024.jpg 925w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-271x300.jpg 271w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-768x851.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-1387x1536.jpg 1387w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt-1849x2048.jpg 1849w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Taleinschnitt.jpg 1980w" sizes="auto, (max-width: 925px) 100vw, 925px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Skizzierte Stelle des zugewachsenen Einschnittes</sub></em></figcaption></figure>



<p>Die benötigten Aufstellplätze für die Pfeiler bzw. Flurdurchführungen auf dem Weg von Hausen nach Mechernich wurden gepachtet oder gekauft.</p>



<p>Auszug aus dem Gemeinderatsprotokoll der Gemeinde Weyer vom 06. August 1883:</p>



<p>„<em>In Verfolgung einer von der Landräthischen Behörde zu Schleiden eingegangenen hohen Regierungsverfügung, beschloß der Rath dem Mechernicher Bergwerks Aktien Verein mehrere Parzellen auf dem Territorium des Ortes Vollem zur theilweisen Benutzung bzw. verkäuflich zu überlassen“</em></p>



<p>&nbsp;Auszug aus einer Urkunde eines Eigentümers abgeschlossen mit dem Königlich Preußischen Notar für den Oberlandesgerichtsbezirk Cöln mit dem Amtssitz in Gemünd:</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/GrundbuchSeilbahnDahmen.png" alt="" class="wp-image-59" width="630" height="325" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/GrundbuchSeilbahnDahmen.png 866w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/GrundbuchSeilbahnDahmen-300x155.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/GrundbuchSeilbahnDahmen-768x396.png 768w" sizes="auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px" /></figure>



<p>Ähnliche Urkunden wurden mit den Eigentümern der Parzellen in Lorbach, Vussem und Bergheim erstellt.<br>An den Kreuzungen der Drahtseilbahn mit Straßen und Wegen sicherten hohe Holzschutzbrücken die Passanten vor herabfallenden Kalksteinen. Es passierte hin und wieder, dass sich auf dem Transportweg ein Korb löste und mit seinem Nachfolger zusammenstieß oder Sabotageakte die Bahn außer Betrieb setzten. Dabei entstanden oftmals an den Pfeilern erhebliche Schäden. Das verursachte einen längeren Stillstand der Drahtseilbahn.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Transport-Bruecke-Seilbahn-1930-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-848" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Transport-Bruecke-Seilbahn-1930-1024x576.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Transport-Bruecke-Seilbahn-1930-300x169.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Transport-Bruecke-Seilbahn-1930-768x432.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Transport-Bruecke-Seilbahn-1930.jpg 1311w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Holzbrücke über die Landstraße Richtig Weyer</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="415" height="259" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/19210416-Seilbahn.png" alt="" class="wp-image-58" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/19210416-Seilbahn.png 415w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/19210416-Seilbahn-300x187.png 300w" sizes="auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Auszug aus dem Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden, 16.04.1921</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="781" height="378" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Seilbahn-Schafberg.png" alt="" class="wp-image-675" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Seilbahn-Schafberg.png 781w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Seilbahn-Schafberg-300x145.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Seilbahn-Schafberg-768x372.png 768w" sizes="auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Transportseilbahn Schafberg (Repro: Karsten Karbaum)</sub></em></figcaption></figure>



<p>Zur Bedienung der Anlage waren zwei Mann auf Hausen, zwei Mann auf Tivoli und zwei Mann an der Endstation Bleihütte eingesetzt. Dazu kam der Maschinist an der Hütte und der Bahnmeister am Spannbock.<br>Die Belegschaft im Steinbruch hatte eine durchschnittliche Stärke von 35 Mann, der lange Jahre der Steiger Wilsberg von Vollem vorstand. Der Tageslohn (1902–1910) betrug für den Hauer 2 Mark, für die Schlepper 1.90 Mark. Vorwiegend wurde aber im Akkord gearbeitet. Dabei erhöhte sich der Tageslohn für den Hauer auf 2.30 Mark und für den Kiesklöpper und Schlepper auf 2,20 bis 2,30 Mark.</p>



<p>Die sogenannten „Kiesklöpper“ hatten die Aufgabe, den Kalkstein in Stücke zu Würfeln von ca. 4 cm Seitenlänge zu zerschlagen.&nbsp; Neben einem Schuppen für den Steiger und der „Kaffeebude“ waren in dem Kalksteinbruch eine Schmiede und eine Schreinerei untergebracht. In der Schmiede wurden Gezähe und die im Kalkstein stark beanspruchten Bohrer gewartet. Der Schreinerei oblag vor allem die Herstellung der verschiedensten Hammerstiele, für die es einen ständigen großen Bedarf gab.<br>Der Kalkstein wurde durch Sprengung, in der Regel in der Verkehrs-schwächsten Zeit, nämlich mittags um 12 Uhr aus seiner Lagerstätte gelöst und dann manuell auf die geforderte Stärke zerkleinert&nbsp;.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="838" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Seilbahn-Karte_1895-838x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2587" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Seilbahn-Karte_1895-838x1024.jpg 838w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Seilbahn-Karte_1895-246x300.jpg 246w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Seilbahn-Karte_1895-768x938.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Seilbahn-Karte_1895.jpg 1116w" sizes="auto, (max-width: 838px) 100vw, 838px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Der Verlauf der Seilbahn ist auf einer Karte der Plankammer der Königlich-Preußischen-Landes-Aufnahme aus dem Jahre 1895 (27, Kreis Schleiden, Mechernich) zu sehen.</sub></em></figcaption></figure>



<p>Der Kalksteinabbau ging im Laufe der Jahre ganz auf Hausen über. 1897 wurde Tivoli stillgelegt. Veränderte Verhüttungsmethoden erforderten weniger Kalkstein. Der Steinbruch auf „Hausen“ wurde <strong>1929</strong>&nbsp;stillgelegt. Die Drahtseilbahn blieb ungenutzt stehen und wurde restlos abgebaut. 1935 erwarb Christian Classen aus Mechernich die Anlage zum Abbruch. Mit dem Schneidbrenner zerlegte er sie, um sie als Schrott abzufahren.</p>



<p>Die Steinbrüche sind auf „Tivoli“ und auf „Hausen“ heute noch sichtbar. Die Rampen, von denen die Seilbahn abging, sind als Aufschüttung noch vorhanden. Die von „Tivoli“ ist am Weg von Eiserfey nach Vollem links hinter dem Waldrand auf halber Höhe noch zu erkennen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Karte der Plankammer der Königlich-Preußischen-Landes-Aufnahme aus dem Jahre 1895 (27, Kreis Schleiden, Mechernich)</li>



<li>Aufzeichnungen Michael Linden (unveröffentlicht)</li>



<li>Beschlüsse des Gemeinderates der Gemeinde Weyer vom 06.08.1883</li>



<li>Festschrift zum 1125-jährigen Ortsjubiläum Eiserfey (Willi Brüll)</li>



<li>Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden, 16.04.2021</li>



<li>Die Kalksteinbrüche und Drahtseilbahn, Informationsblätter zur Eifeler Bergbaugeschichte, 5/1997, Anton Köhnen</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(10) Kirche St. Wendelin</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/kirche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gast Autor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 08:28:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Man schrieb das Jahr 1733. Damals galt es zu Pfingsten in Eiserfey nicht nur die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:37% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="578" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-578x1024.jpg" alt="" class="wp-image-697 size-full" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-578x1024.jpg 578w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-169x300.jpg 169w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-768x1360.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-867x1536.jpg 867w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-1156x2048.jpg 1156w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/IMG_20230110_102253-scaled.jpg 1445w" sizes="auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Wendelin (lat. Wendelinus, auch Wendalinus, umg. Wendel) ist ein katholischer Heiliger. Der Legende nach soll er im 6. Jahrhundert im Bistum Trier missionierend tätig gewesen sein. Das Grab Wendelins ( † angeblich 617) befindet sich in der Wendalinusbasilika in der nach ihm benannten Stadt St. Wendel.</p>



<p>Wendelin ist der Schutzpatron der Hirten und der Landleute, Bauern, Tagelöhner und Landarbeiter.<br>Sein Gedenktag ist der 20. Oktober.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em><sub>Abbild über der Eingangstüre der Kirche in Eiserfey</sub></em></p>
</div></div>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Man schrieb das Jahr 1733. Damals galt es zu Pfingsten in Eiserfey nicht nur die Herabkunft des Heiligen Geistes, sondern auch ein einmaliges Ereignis in der Kirchengeschichte des Dorfes zu feiern. An diesem Tage wurde das erste Gotteshaus in Eiserfey durch den Abt von Steinfeld, Christian Steinhewer, feierlich konsekriert (geweiht). Obwohl es nur eine bescheidene Kapelle war, erfüllte das neue Gotteshaus die Eiserfeyer mit Stolz. Nunmehr war es nicht mehr notwendig, zum Gottesdienst nach Weyer zu gehen. Alteingesessene wissen, dass der sog. „Kirchenweg“ an der &#8222;Pappel&#8220; und an „Böche-Bösch“ vorbei sehr beschwerlich und steil war. Für viele alte Eiserfeyer war dies jedes Mal eine Strapaze.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="635" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-7-1024x635.png" alt="" class="wp-image-547" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-7-1024x635.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-7-300x186.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-7-768x476.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-7.png 1131w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Innenansicht der Kapelle um 1900</sub></em></figcaption></figure>



<p>Da Eiserfey damals nur eine Filialkirche der Kirchengemeinde Weyer war, fiel das neue Gotteshaus auch entsprechend bescheiden hinsichtlich seiner äußeren Maße aus. Der Innenraum maß 5,50 m x 10 m mit insgesamt 40 Sitzplätzen. Nach Norden hin schloss sich eine kleine Sakristei an, deren Eingang hinter dem Hauptaltar lag.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Es liegen keine genauen Angaben darüber vor, wie die Baukosten für die Kapelle finanziert worden sind. Man muss jedoch davon ausgehen, dass der größte Teil durch Spenden der Bevölkerung erbracht worden ist. Darüber hinaus wurden in großem Umfang Hand- und Spanndienste geleistet. So war es nicht verwunderlich, dass die Bauzeit der Kapelle von 1728 bis 1733 dauerte. Einige Jahre nach der Einweihung der Kapelle, und zwar am 28. September 1742, erging dann die Anordnung, an allen Sonn- und Feiertagen die heilige Messe in der Kapelle in Eiserfey zu feiern. 1748 wurde für die Seelsorger ein Haus, das &#8222;<strong><a href="https://dev.eiserfey.de/industrielle-geschichte/weitere-geschichten/das-pastorat/" data-type="page" data-id="671">Pastorat</a></strong>&#8222;, für 700 Reichstaler erworben.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Zu den ersten Seelsorgern gehörten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Johann Joseph Hoffmann</strong> (1755–1798) – Vikar und später Primissarius – Geboren 1725 in Kalten-Reifferscheidt (Pfarre Adenau) – Gestorben 1798 in Eiserfey</li>



<li><strong>Johann Heinrich Filtz</strong> (1798–1855) – Primissarius – Geboren 1779 in Köln – Ab 1807 Pfarrer in St. Jakob in Köln und 1818 Dompfarrer in Köln – Gestorben 1855 in Köln</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Das eigene Gotteshaus führte dazu, dass Eiserfey »in rebus temporalibus« (in weltlichen Sachen) am 16.01.1869 von der Mutterkirche in Weyer getrennt wurde und somit eine eigene Verwaltung hatte. 1875 erhielt Eiserfey einen eigenen Kapellenvorstand, was ein Jahr später auch die protokollarische Abtrennung von Weyer zur Folge hatte. Nahezu 40 Jahre später, am 19. Oktober 1914, wurde die endgültige Loslösung von Weyer vollzogen. Mit der Bildung des Rektorats erfolgte die Trennung »in rebus sacris« (in heiligen Sachen) von Weyer und die Erhebung zu einer »quasi Parochia« (fast wie eine Pfarrei). Von 1911 bis 1923, im Zeitraum der Verselbständigung, wirkte als Seelsorger in Eiserfey Rektor Adolf Klein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die 200-Jahr Feier 1933</h3>



<p>Am 5. Juni 1933, Pfingstmontag, feierte die Kapelle in Eiserfey ihren 200. Geburtstag. Die Feier wurde von der Bevölkerung in verhältnismäßig großem Stil gefeiert. Schon am Freitag vor Pfingsten fand zur Einstimmung und Vorbereitung auf das Fest eine dreitägige Andacht statt. Der damalige Rektor Höhr (Rektor von 1928 bis 1941) beklagte sich über den schlechten Besuch dieser Andachten. Er entschuldigte die mangelnde Teilnahme jedoch damit, dass die Leute „sehr in Feld und Garten beschäftigt sind“. Das ganze Dorf schmückte sich für den Tag der 200-Jahr-Feier. Noch nie soll das Dorf „so fein und sinnig geziert“ gewesen sein. Vor der Kirche und im Kreuzungsbereich der Straße zum Alten Weg in die Hauserbachstraße (damals noch Provinzialstraße) stellte man je einen „viermastigen Triumphbogen“ auf. Es verwundert deshalb auch nicht, dass der Fackelzug am Pfingstsonntagabend unter einer großen Beteiligung der Dorfbewohner und der Ortsvereine stattfand. Die Zahl der Teilnehmer soll so überwältigend gewesen sein, dass der Zug, der sich an der Schule formierte, von dort bis fast zur Provinzialstraße im unteren Dorf (Ecke Vollemer Weg) reichte. Beim Abschluss des Festaktes, der begleitet von Böllerschüssen vor der Kapelle stattgefunden hat, soll die Enge so groß gewesen sein, dass das ebenfalls veranstaltete Feuerwerk nicht richtig zur Geltung kam. Eine fürwahr kaum zu überbietende Beteiligung der Bevölkerung am Geburtstag ihres Gotteshauses.</p>



<p>Am Pfingstmontag wurde die Feier durch zwei Frühmessen (6 und 7 Uhr) eingeleitet. Das Hochamt um 10 Uhr war der Höhepunkt der kirchlichen Feier. Es wurde von Rektor Höhr unter „großer Assistenz“ gehalten, und zwar nahmen Pfarrer Schoenen aus Weyer, Dechant Schrievers aus Eicks, Pfarrer Harff aus Mechernich, Pater Kordendick aus Vussem und Pfarrer Fredloh aus Harzheim an der Messfeier teil. Außerdem sang der Kirchenchor unter Lehrer Grounewald eine dreistimmige Messe. Um für die Besucher mehr Platz zu erhalten, hatte man die Kommunionbank entfernt. Schon vor der Messe hatte sich die Dorfbevölkerung gemeinsam mit dem Tambourkorps, der Musikkapelle sowie dem Gesang und dem Turnverein an der Gaststätte Walber (heute „Zur Römerstube“) zu einem Festzug vereinigt. An der „Gaststätte Sistig“ (heute „Feytal“) schlossen sich dem Festzug noch das Festkomitee, weltliche Behördenvertreter, Kirchenvorstand, Blumenmädchen, weiß gekleidete Spaliermädchen, Kriegsmarine, SA (Sturmabteilung; militärische Gliederung der Nationalsozialisten) und Stahlhelm (soldatische Verbindung nach dem 1. Weltkrieg) an. Nach dem Hochamt ging es in gleicher Formation zurück zum Saale Sistig, wo der weltliche Festakt stattfand. Im Verlauf dieser Feierstunde, die von Chorgesang und Musikvorträgen umrahmt wurde, hielten Rektor Höhr, Dechant Schrievers und Pfarrer Klein Ansprachen.</p>



<p>Erwähnenswert von dieser 200-Jahr-Feier ist folgendes:</p>



<div class="wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<ol class="wp-block-list">
<li>Von den Zivilbehörden in Zingsheim (Bürgermeister) und Schleiden (Landrat) war trotz Einladung niemand erschienen. Den Chronisten veranlasste dies zu der Bemerkung: „Sowohl Zingsheim wie auch Schleiden haben die Wellen der Revolution fühlen müssen. Bürgermeister Becker wurde schon ganz früh in der Zeit der Bewegung seines Amtes enthoben, und der Lehrer, Herr Rothkranz, zum Kommissarischen Bürgermeister ernannt. Der Landrat Graf von Spee wurde erst später, zu Ende des Jahres 1933, abgetan.“</li>



<li>Es wurde allenthalben bedauert, dass nur wenige frühere Rektoren aus Eiserfey zu der 200. Geburtstagsfeier der Kapelle gekommen waren.</li>



<li>Pfarrer Harff aus Mechernich versprach, „beim Legen des Grundsteines (für den Kirchenerweiterungsbau) auch wieder zum Kaffee kommen zu wollen“.</li>
</ol>
</div>



<p>Außerdem trugen 3 Mädchen in Versform einige grundsätzliche Gedanken zu dem Thema „Unser Kirchlein – 200 Jahre alt“ vor. Zwei Zeilen daraus erscheinen es wert, an dieser Stelle wiedergegeben zu werden:</p>



<p class="has-text-align-center">„Durch Macht zum Lichte, mit Gott für Gott! So soll´s auch fürder bleiben! <br>Mag auch das Satans böse Macht, ihr Höllenwesen treiben!“</p>



<p>Nach dem Festakt wurden die Geistlichen mit Musik in das Pfarrhaus zurückbegleitet. Hier fand ein „einfaches“ Mittagsessen statt – so war es zumindest in dem Einladungsschreiben zu lesen. Die Bewirtung der Gäste im Pfarrhaus lag in den Händen des Inhabers des Bahnhotels in Euskirchen. Da dessen Frau „mit einem Diener und einer Gehülfin“ selbst anwesend war, ist es selbstverständlich, dass „alles gut und flott zur Befriedigung von allen voranging“. Mit dem Mittagsmahl im Pfarrhaus fand das 200-jährige Jubiläum seinen Abschluss. Die Chronik weiß zu berichten, dass von dem Ereignis auch Berichte in den Tageszeitungen erschienen und es „bis in die fernsten Gegenden der Provinz verbreitet“ haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die neue Kirche</h3>



<p>Der Bauzustand der Kapelle verschlechterte sich in den rund 180 Jahren ihres Bestehens zusehends. Weiterhin vergrößerte sich die Bevölkerung von Eiserfey. Es waren ca. 400 Bürger im Dorfe und davon rund 100 Kinder. Um mehr Platz zu schaffen, wurden die Seitenaltäre entfernt. Trotzdem war es so eng, dass die überwiegende Zahl der Männer und Jungmänner sonntags während des Gottesdienstes vor der Kapelle stehen musste. Schließlich wurde von dem damaligen Rektor Adolf Klein der sogenannte »Wendelinus-Bauverein« gegründet, um eine neue Kirche zu bauen. Es gelang dem Verein in kurzer Zeit ein Baukapital von 70.000 Mark zusammenzubringen, sodass die Pläne für den Neubau eines Gotteshauses schon konkrete Formen anzunehmen schienen. Leider wurden die Neubauplanungen durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges durchkreuzt, da die gesammelten Gelder für Kriegsanleihen zur Verfügung gestellt werden mussten. Wenn auch nach dem Krieg noch die Hoffnung bestand, das Baukapital zurückzuerhalten, so wurde diese durch die Geldentwertung im Jahre 1924 zunichtegemacht. Nach der Währungsreform waren im Kirchenbaufonds nur noch rd. 1.000 Reichsmark. Damit war der Neubau einer Kirche in Eiserfey vorerst gescheitert.</p>



<p>Erst nachdem Rektor Wilhelm Höhr 1928 die Seelsorge übernommen hatte, war eine Wende zum Besseren eingeleitet. Ihm gingen die Verhältnisse sehr zu Herzen. Im März 1932, also rund 1 Jahr vor dem 200. Geburtstag, fasste man den Entschluss, eine neue Kirche zu bauen. Als Architekt wurde H.Jülich aus Sindorf gewonnen. Das endgültige Aussehen der neuen Kirche wurde nach mehreren Entwürfen schließlich auch von der bischöflichen Behörde genehmigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="722" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-9-1024x722.jpg" alt="" class="wp-image-2597" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-9-1024x722.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-9-300x212.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-9-768x542.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-9.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Alternativentwurf der neuen Kirche Dezember 1932 von H. Jülich, Architekt der Ausführung</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="725" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-10-1024x725.png" alt="" class="wp-image-2600" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-10-1024x725.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-10-300x212.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-10-768x543.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/Zeichnung-Kirche-10.png 1180w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Genehmigter Entwurf der neuen Kirche 04.Juli 1934 von H. Jülich, Architekt</sub></em></figcaption></figure>



<p>Die Verwirklichung des Neubauvorhabens war nunmehr in erster Linie ein Finanzierungsproblem. Die endgültigen geplanten Kosten beliefen sich schließlich auf 26.000 Reichsmark. Darin enthalten waren 19.000 Reichsmark für die Lohn- und Materialkosten und Leistungen aus Hand- und Spanndiensten in Höhe von 7.000 Reichsmark. Diese für Eiserfeyer Verhältnisse ebenfalls noch enorme Summe konnte schließlich durch Kirchenkollekten, Hauskollekten und Darlehen finanziert werden. Die Kirchenkollekte verlief entgegen der heutigen Praxis völlig anders ab, und zwar wurden in allen Kirchen des Bistums Aachen Kollekten für den Neubau der Kirche in Eiserfey abgehalten.</p>



<p>Mit Hilfe dreier Kollekten, die insgesamt 11.245,- Reichsmark erbrachten und Darlehen von 10.000,- Reichsmark konnte die Finanzierung des Baues sichergestellt werden. Mit den Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Kirche wurde am 13. Juli 1934, mit der Ausstellung der Baugenehmigung, begonnen.</p>



<p>Mit den Bauarbeiten wurde Maurermeister Christian Wassong aus Weyer beauftragt. Am 12.08.1934 war die Grundsteinlegung. Als Grundstein wurde ein rötlicher Kalksandstein verwendet, der ursprünglich als Teil der dritten Station an dem Kirchweg von Eiserfey nach Weyer stand. Nach Zerstörung der Station im 1. Weltkrieg lagen die Steinblöcke zerstreut in der Gegend. Einen dieser Steinblöcke haben die Eiserfeyer als Grundstein behauen.</p>



<p>Die Feier der Grundsteinlegung fand sonntagnachmittags statt. Zunächst wurde der mit Blumen geschmückte Grundstein mit Musikbegleitung und unter dem Hall von Böllerschüssen auf einem „schön geschmückten Pferdewagen durch das ganze Dorf gefahren, von einer großen, freudig bewegten Volksmenge begleitet“. An der Grundsteinlegung nahmen wiederum eine Reihe von Priestern – ehemalige aus Eiserfey und aus den Nachbargemeinden – sowie die Vertreter der Zivilbehörden teil.</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="857" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche3.jpg" alt="" class="wp-image-287" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche3.jpg 605w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche3-212x300.jpg 212w" sizes="auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Festumzug zur Grundsteinlegung am 12. August 1934</sub></em></figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="615" height="857" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche4.jpg" alt="" class="wp-image-286" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche4.jpg 615w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche4-215x300.jpg 215w" sizes="auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Grundsteinlegung und Weihe am 12. August 1934</sub></em></figcaption></figure>
</div>
</div>



<p>Die Weihe des Grundsteins wurde durch Dechant A.Schrievers, Pfarrerzu Eicks, vollzogen. Die in den Grundstein eingeschlossene Urkunde war in lateinischer Sprache auf Pergament geschrieben worden. Den Text verfasste Rektor Höhr und Pfarrer Fredloh aus Harzheim und beschreibt in Grundzügen die Geschehnisse von der Planung bis zur Grundsteinlegung des neuen Kirchenbaus. Eingelassen wurde der Grundstein im östlichen Mauerwerk und ist bis heute dort sichtbar.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="665" height="305" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche-8.jpg" alt="" class="wp-image-284" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche-8.jpg 665w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche-8-300x138.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /></figure>



<p>Am 16.10.1934 konnten die Zimmererarbeiten am Dach abgeschlossen werden. Da die Einweihung für den 21. Oktober 1934 vorgesehen war, blieb für den Dachdecker keine Zeit mehr, das Dach ordnungsgemäß einzudecken. Man behalf sich deshalb damit, dass noch am Samstag vor der Einweihung auf dem Dach Asphaltbahnen angebracht wurden. In der Nacht zum Sonntag wurde noch eine provisorische Notbeleuchtung in der Kirche installiert.</p>



<p>Unter diesen denkbar ungünstigen Bedingungen wurde am Kirmessonntag, dem 21. Oktober 1934, die neue Kirche in Eiserfey eingeweiht. Dieser Tag war gleichzeitig das Patrozinium, also das Fest des Kirchenpatrons, des hl. Wendelin. Vor der Benediktion (Segnung) der neuen Kirche wurde eine Messe in der Schule abgehalten. Um 10:00 Uhr begann pünktlich die Benediktion. An der Einweihung nahmen außer Rektor Höhr Dechant Schrievers, Pfarrer Fredloh aus Harzheim und Pfarrer Klein sowie ein Pater aus Vussem teil, der die Festpredigt hielt. Die einfache Feier wurde umrahmt durch den Kirchenchor aus Harzheim. Eine Festandacht, die nachmittags gehalten wurde, schloss die Einweihungsfeier ab. Unmittelbar nach der Einweihungsfeier wurden als erstes Brautpaar in der neuen Kirche Klara Vogelsberg und Arnold Mastiaux getraut.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="712" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-12-1024x712.png" alt="" class="wp-image-553" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-12-1024x712.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-12-300x209.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-12-768x534.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-12.png 1387w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Innenansicht der Kirche, Anfang 1935</sub></em></figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="720" height="987" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-11.png" alt="" class="wp-image-552" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-11.png 720w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-11-219x300.png 219w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Kirche im Rohbau 1934</sub></em></figcaption></figure>



<p>Mit der Einweihung war die Erweiterungsmaßnahme noch längst nicht abgeschlossen. Neben der Fertigstellung des Daches mussten auch noch Maurerarbeiten am Turm durchgeführt werden. Am 14.12.1934 beendeten die Dachdecker ihre Arbeit. Über dem neuen Turm wurde ein Kreuz angebracht, welches eine aus Kupferblech geschnittene Figur des hl. Wendelin überragt. Bis Pfingsten 1935 war zwar ein großer Teil der Arbeiten im Innern der Kirche erledigt. Dennoch waren Restarbeiten auszuführen, die endgültig am 27.06.1935 beendet wurden.</p>



<p>Ein Jahr nach der Einweihung wurde vor der Kirmes 1935 der Hauptaltar geliefert. Bis dahin war im Inneren die Orgelbühne erstellt, auf der Männer- und Frauenseite der Fußboden mit einfachen Brettern versehen und auch der Predigtstuhl fertiggestellt. Nachdem am 05.02.1936 der Beichtstuhl aufgestellt wurde – gespendet von einem Amtsgerichtsrat aus Rheinbach – war der Erweiterungsbau der Kirche in Eiserfey rund eineinhalb Jahre nach der Einweihung abgeschlossen. Obgleich der Zweite Weltkrieg nicht ganz spurlos an der Eiserfeyer Kirche vorbeiging, hielten sich die Schäden in Grenzen. Am stärksten war das Dach in Mitleidenschaft gezogen worden. Es war deshalb nach dem Kriege eine vordringliche Aufgabe, das Kirchendach zu sanieren. 1946 erhielt die Kirche ein neues, schiefergedecktes Dach.</p>



<p>Schon in der Zeit des Erweiterungsbaues um 1935 hatte Rektor Höhr sich bemüht, für Eiserfey statt des vorhandenen Harmoniums eine Orgel zu beschaffen. Diese Bemühungen scheiterten jedoch wegen der allerorts fehlenden Finanzierungsmittel. Erst unter Rektor Leugering (1947 – 1957) schaffte man es, 1956 das alte Harmonium durch eine elektrische Pfeifenorgel zu ersetzen. Die Orgel wurde über dem rechten Eingang im hinteren Bereich der Kirche angebracht. Die Kosten für die Orgel in Höhe von rd. 8 000 DM waren fast ausnahmslos von der Dorfbevölkerung in regelmäßigen Haussammlungen gespendet worden. Am Kirmessonntag 1956, also 22 Jahre nach der Einweihung der neuen Kirche, erfolgte die Einweihung und Inbetriebnahme der Orgel. Im Jahre 1963 wurde schließlich zur Beheizung der Kirche eine Ölheizung eingebaut. Nachteil war jedoch die starke Staubaufwirbelung und damit Verschmutzung des Innenraums. 1966 musste schließlich renoviert werden. Der Innenraum wurde in schlichtem Weiß gehalten, die Rundbogen farblich abgesetzt. Weiterhin wurden der Predigtstuhl und die Kommunionbank herausgenommen. Der Innenraum erschien nun freundlicher und heller. 1973 endlich erhielt die Kirche ihren heutigen Außenputz, der schon bei der Planung angedacht war.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-13-1024x731.png" alt="" class="wp-image-554" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-13-1024x731.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-13-300x214.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-13-768x548.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-13.png 1384w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Die Kirche von Eiserfey, um 1935</sub></em></figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kirchenglocken</h3>



<p>Im Jahre 1787, also erst 54 Jahre nach der Einweihung, erhielt die Kapelle in Eiserfey ihre erste Wendelinus-Glocke. Vermutlich reichten die Spenden nicht aus, denn immerhin hatte man schon den Ankauf des Pfarrhauses, 1751 dessen Renovierung sowie den Bau eines Stalles und den Ankauf eines Gartens bezahlen müssen. Diese Glocke ließ bis 1942 ihre helle Stimme durch das Feytal erklingen. Da sie einen Sprung hatte, wurde sie schließlich nach dem Krieg abgehängt. Ersetzt wurde sie durch eine eiserne Glocke, die aber wegen ihres blechernen Klanges niemanden erfreute. Zur Kirmes 1958, gleichzeitig auch der Tag der Kirchweihe und das Fest des Schutzpatrons, erhielt die Kirche schließlich die neue Wendelinus-Glocke. Sie wurde in der Glockengießerei Mark in Brockscheid bei Daun hergestellt. Die Glocke hat einen Randdurchmesser von 81,2 cm, ein Gewicht von 350 kg und den Schlagton h1.</p>



<p>Eine zweite Glocke musste im Ersten Weltkrieg abgegeben werden und wurde für Rüstungszwecke umgeschmolzen. Für sie wurde im Jahre 1929 eine Ersatzglocke beschafft, die der heiligen Barbara geweiht wurde. Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="715" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche7-1024x715.jpg" alt="" class="wp-image-288" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche7-1024x715.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche7-300x209.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche7-768x536.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Foto-Kirche7.jpg 1339w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Innenansicht der Kirche vor Renovierung 1966</figcaption></figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-625" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-1024x768.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-300x225.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-768x576.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-1536x1152.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Kirchenbild-2-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Innenansicht der Kirche heute</sub></em></figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Eine Fotogalerie der <a href="https://dev.eiserfey.de/kirchenfenster/" data-type="page" data-id="3754">Kirchenfenster </a>ist hier einzusehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="514" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-15-1024x514.png" alt="" class="wp-image-556" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-15-1024x514.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-15-300x151.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-15-768x386.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-15.png 1380w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Dorfansicht mit der Kirche St. Wendelin im Mittelpunkt</sub></em></figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h5 class="wp-block-heading">Erläuterungen</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Vikar:</strong> Nach seiner Priesterweihe wird ein Priester in der römisch-katholischen Kirche Vikar oder auch Kaplan bezeichnet. Er trägt in dieser Zeit noch keine alleinige Verantwortung für die Pfarrei und ist einem Pfarrer unterstellt.</li>



<li><strong>Primissarius:</strong> Als Frühmessner oder Frühmessherr (lateinisch Primissarius) wurde ein katholischer Priester bezeichnet, der als Inhaber einer aus Stiftungserträgen finanzierten Pfründe zum regelmäßigen Zelebrieren der Frühmessen vor Arbeitsbeginn der Bevölkerung verpflichtet war. Mancherorts gehörte ein eigenes Wohnhaus für den Frühmessner zur Pfründe.</li>



<li><strong>Rektor:</strong> Ein Priester, der als Leiter einer Kirche fungiert, die nicht Pfarr- oder Klosterkirche ist und keinen Anspruch auf dauernde Einkünfte aus Kirchenvermögen (Pfründe) hat.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gerd Nöthen auf der Arbeit Erwin Mießeler, Eiserfey, 1983, Festschrift „250 Jahre St. Wendelin Eiserfey“ </li>



<li>Niederschriften/Fundus der katholischen Kirche Eiserfey</li>



<li>Recherche der ersten Seelsorger, von Dr. Rolf Steinberg</li>



<li>Der Weltklerus in den Kölner Erzbistum-Protokollen, 1Bd., Spalte 476 sowie HSta, Bd.2</li>



<li>Fotos/Postkarten: Bürger des Dorfes sowie Fundus kath. Kirche Eiserfey</li>



<li>Wikipdedia, GenWiki</li>



<li>Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V., Grundriß u Kirchenfenster</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(12) de Hött</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/an_de_hoett/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Klefisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 08:10:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=6114</guid>

					<description><![CDATA[Johann W. Mießeler Die Namensgebung „de Hött“ stammt aus dem 19. Jahrhundert von der ehemaligen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Johann W. Mießeler</p>



<p>Die Namensgebung „de Hött“ stammt aus dem 19. Jahrhundert von der ehemaligen Eisenhütte. Nach dem Ende der französischen Zeit gelangte das Rheinland unter den Herrschaftsbereich von Preußen. Deren angelegtem Mühlenverzeichnis aus dem Jahr 1820 ist zu entnehmen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">&#8222;<em>Erben Carl Henseler zu Vussem und Erben Libertz [Eilertz] zu Eiserfey, 8 Minuten stromabwärts; Altwerk gelegen unterhalb Eiserfey. 1 oberschlächtiges Wasserrad, 2 Blasebälge, (Eisenschmelzen und Gießrinnen), 1 Hammerwerk, 12 Arbeiter. Steht seit dem Jahr 1818 außer Betrieb. Die diesem Hüttenwerk anklebige Schmelze liegt oberhalb Eiserfey.</em>&#8222;</p>
</blockquote>



<p>Bei der vorstehenden Beschreibung handelt es sich eindeutig um das Altwerk mit der anklebigen Schmelze an „de Hött“. Einem amtlichen Akt der Königl. Ober-Berghauptmannschaft im Ministerium des Inneren vom 06.08.1829 wird der Betrieb genehmigt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>„Den Eigentümern des Eisenhüttenwerkes Altwerk zu Eiserfey, namentlich: Geschwister Karl Theodor und Maria Anna Eilertz, wohnhaft zu Eiserfey, Theodor Latz daselbst, Thomas Faymonville zu Kronenburg, Kreis Gemünd, Hermann Joseph Hall zu Zülpich, Kreis Euskirchen, Regierungsbezirk Köln, Reinhard Poensgen und Karl Poensgen, beide wohnhaft in Schleiden, im Kreise Gemünd, wird in Gemäßheit des Art 78 im Gesetze vom 21. April 1810 zur gesetzlichen Berechtigung dieses seit längerer Zeit bestandenen, und fortwährend in Betrieb gewesenen Hüttenwerks der gegenwärtige Permissionsakt ertheilt.“</em></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="270" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik.png" alt="" class="wp-image-185" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik.png 605w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik-300x134.png 300w" sizes="auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>An de Hött Postkartenauszug von 1898</sub></em></figcaption></figure>



<p>Nach der Beschreibung in der Betriebserlaubnis liegt die „Hochofenhütte am obern Ende des Dorfes Eiserfey, am östlichen Arm des Feybachs, welcher die zwei oberschlächtigen Wasserräder des Gebläses und des Schlackenpochwerks mit einem Gefälle von 12 Fuß 10 Zoll betreibt. Die Hammerhütte liegt unterhalb des Dorfs“. Somit heißt dies, dass man den ehemals beim Altwerk befindlichen Hochofen, in dem das Eisenerz geschmolzen wurde, an „de Hött“ verlagert wurde. Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass die Schmelze und der Hammer so weit voneinander getrennt waren. Es dürften aber räumliche Probleme beim Altwerk sowie ein erforderlicher Neubau des Hochofens für diese Maßnahme mit ausschlaggebend gewesen sein. Ebenfalls unbekannt ist bislang, wann diese Verlagerung stattfand.</p>



<p>Nach verschiedenen Quellen wurden jährlich zwischen 3400 und 9000 Zentner Eisen produziert. Die in der Eiserfeyer und den angrenzenden Gemarkungen befindlichen Eisensteinlagerstätten waren den Römern bereits bekannt. Nach einem Zülpicher Weistum soll es bereits um 1250 eine Schmiede oder Eisenhütte im Ort gegeben haben.</p>



<p>Ab etwa dem Jahr 1850 setzte der Verfall der Eifeler Eisenindustrie ein, von dem die Eisenhütten in Eiserfey nicht verschont blieben. Dies hatte zur Folge, dass nicht nur die Eisenwerke geschlossen wurden, sondern dass auch deren Betreiber teilweise aus Eiserfey verzogen. Nach Schließung der Eisenwerke wurden die Betriebsgebäude diversen anderen Nutzungen zugeführt. So wurden am 26.06.1858 in Eiserfey die Anteile von Katharina Volheim, Witwe von Johann Theodor Latz, an dem Werk &#8222;Althammer&#8220; und &#8222;Althütte&#8220; versteigert.</p>



<p>Theodor Strunk beantragte am 18. Dezember 1863 eine Konzession zum Umbau des ehem. Eisenhüttenwerkes zu einer Holzschneidemühle.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="338" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik-2.png" alt="" class="wp-image-193" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik-2.png 605w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/grafik-2-300x168.png 300w" sizes="auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>An de Hött Postkartenauszug von 1898</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="913" height="837" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett1850-1864.png" alt="" class="wp-image-434" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett1850-1864.png 913w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett1850-1864-300x275.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett1850-1864-768x704.png 768w" sizes="auto, (max-width: 913px) 100vw, 913px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Situationsplan 1850, vervollständigt 1864</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignfull size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="699" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-1024x699.png" alt="" class="wp-image-433" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-1024x699.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-300x205.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-768x524.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-1536x1049.png 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Schneidemuehle-Hoett-2048x1398.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Situations- und Nivellementsplan „an de Hött“, 08.02.1865, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="788" height="485" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Grundplan-de-Hoett-1863-1.png" alt="" class="wp-image-6501" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Grundplan-de-Hoett-1863-1.png 788w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Grundplan-de-Hoett-1863-1-300x185.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Grundplan-de-Hoett-1863-1-768x473.png 768w" sizes="auto, (max-width: 788px) 100vw, 788px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grund Auf- Durchschnittsrisse zum Konzessionsantrag von 1863
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland 6147/2
</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="578" height="1024" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web-578x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6473" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web-578x1024.jpg 578w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web-169x300.jpg 169w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web-768x1360.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web-867x1536.jpg 867w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/de-graben-1web.jpg 984w" sizes="auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>1883 wurde durch P. W. Reuter aus Kallmuth dort eine <strong>chemische Fabrik</strong> zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak und Berliner Bläue errichtet. Die jedoch nach zwei Jahren 1885 wieder geschlossen wurde. In der Ratssitzung der Gemeinde Weyer vom 28.07.1883 trug der Bürgermeister vor, „dass gegen das Concessionsersuchen zur Umänderung einer bisher bestehenden Holzschneidemühle in eine chemische Fabrik von einer großen Anzahl der Einwohner von Eiserfey Einsprüche gemacht wurden“.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Berliner Blau</strong> ist ein lichtechtes, tiefblaues, anorganisches Pigment, das als luft- und wasserstabiler Feststoff vorkommt. Verwendung findet es für chemische Beschichtungen, Kohlepapier, in der Kunststoffindustrie, bei der Papierherstellung, beim Färben von Wolle, Baumwolle, Seide und Leinen, für Aquarell-, Öl- und Druckfarben. In der Metallverarbeitung und im Maschinenbau wird Berliner Blau als Paste dünn auf Metallflächen aufgetragen (tuschieren), um die Qualität geschabter Flächen beurteilen zu können.</li>



<li><strong>Schwefelsaures Ammoniak</strong> (Ammoniumsulfat) wird durch Einleiten von Ammoniak in 80 %-ige Schwefelsäure oder durch Umsetzung von Ammoniak, Kohlendioxid und Wasser mit Gips hergestellt. Verwendung findet Ammoniumsulfat als wichtiger Düngemittelzusatzstoff. In der chemischen Industrie dient es unter anderem als Herstellung von Feuerlöschpulver und Flammschutzmitteln. Die Lederindustrie verwendet es für Beizen, die Papierindustrie für schwer entflammbare Papiere.</li>
</ul>



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<p>Everhard Esser baute 1887 die Hütte wieder zu einem Sägewerk um. Auch als Sägewerk hielt der Betrieb den Namen &#8222;Hött&#8220; bei.&nbsp;Als eines Nachts ein Brand des Sägewerkes einen Nachbarn aufschreckte, weckte er die Anwohner mit dem Ruf: „Löck stoaht op, de Hött brüht“.</p>



<p>Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Sägewerk stillgelegt. Die Sägewerkschuppen wurden verkauft und als Saal Wassong in Weyer und Feldscheune Dahmen in Dreimühlen wieder aufgebaut. Das oberschlächtige Wasserrad wurde zur Mühle Falkenstein gebracht, wo es nach Restaurierung noch heute funktioniert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="321" height="189" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/04/1924-04-UBl-Verkauf-Esser-Hoett.png" alt="" class="wp-image-5591" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/04/1924-04-UBl-Verkauf-Esser-Hoett.png 321w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/04/1924-04-UBl-Verkauf-Esser-Hoett-300x177.png 300w" sizes="auto, (max-width: 321px) 100vw, 321px" /><figcaption class="wp-element-caption">Anzeige UBl aus April 1924</figcaption></figure>



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<p>Das zur „de Hött“ gehörende langgestreckte Bruchsteingebäude wurde bereits vor dem II. Weltkrieg für Wohnzwecke hergerichtet. Hier heißt es heute in Eiserfey noch immer „en de Hött“. Letztlich erwarb das Haus die Familie Cilensek und brachte das Anwesen in den heutigen gepflegten Zustand. Bei diesen Arbeiten wurde man auch auf einen Stein neben einer der früheren Eingangstüren aufmerksam. Er trägt die Jahreszahl 1777. Diese Jahreszahl war ebenso auf den Dachziegeln des rechten Teils des Hauses erkennbar. Dieser Teil wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Welche Bedeutung sie hatte, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="694" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/01_Dach-Scheune-de-hoett-1024x694.jpg" alt="" class="wp-image-4993" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/01_Dach-Scheune-de-hoett-1024x694.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/01_Dach-Scheune-de-hoett-300x203.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/01_Dach-Scheune-de-hoett-768x521.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/01_Dach-Scheune-de-hoett.jpg 1236w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dach der Scheune &#8222;de Hött&#8220;</figcaption></figure>



<p>Auf Ortsbildern um 1930 ist zu erkennen, dass das Gelände bis auf einige Grundmauern geräumt ist. In den 1970er Jahren wurde im Rahmen der Dorfverschönerung im Hand- und Spanndienst von den Dorfbewohnern das Gelände zu einer kleinen Parkanlage hergerichtet. </p>



<p>Auf Bildern von Ortsansichten Eiserfeys um 1930 ist zu erkennen, dass &#8222;de Hött&#8220; bis auf wenige Grundmauern geräumt ist.</p>



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</div>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Von den Eisenhütten und deren Besitzern“, Albert Velser</li>



<li>Chronik 1125 Jahre Eiserfey</li>



<li>An de Hött Postkartenauszug von 1898, Postkarte im Privatbesitz</li>



<li>Postkartenausschnitt von 1898, „de Hött, Postkarte im Privatbesitz“</li>



<li>Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland</li>



<li>Grundauf- und Durchschnittsrisse zum Konzessionsantrag von 1863, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland 6147/2</li>



<li>Bilder im Privatbesitz</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(08) Roteisenerzstollen</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/roteisenerzstollen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann W. Mießeler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 07:58:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=6109</guid>

					<description><![CDATA[Johann W. Mießeler Der verschlossene, im rückseitigen Bereich des Wohnhauses ehem. Kürasse befindliche Stollen hat [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Johann W. Mießeler</p>



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<p>Der verschlossene, im rückseitigen Bereich des Wohnhauses ehem. Kürasse befindliche Stollen hat in den „Ruedeberg“ (Rothen Berg) in östlicher Richtung eine erkennbare Tiefe von ca. 80 Metern und mündet in einer&nbsp;10 x 10 m großen Höhle. Vermutlich war der Hauptgang ursprünglich noch wesentlich länger, wurde aus Sicherheitsgründen aber zugemauert.</p>



<p>Der Stollen hat vier Gänge. Nach 30 Metern befindet sich auf der linken Seite des Stollens eine zurückverlaufende Höhle mit einer Größe von ca. 15 x 15 m und einer Höhe vom Stollengrund aus von ca. 25 m. Mittig nach oben ist ein Luftschacht erkennbar. Von dieser Höhle aus verlaufen bergseits in östliche Richtung drei weitere, versetzt übereinanderliegende Stollen. Diese Stollen haben eine Größe von ca. 2 x 2 m und münden nach etwa 40 m in der Höhle am Stollenende. In der Höhle befindet sich ein weiter Luftschacht, der „auf Ruedeberg-Kitz“ ans Tageslicht führt.</p>



<p>Die Stollentemperatur beträgt zwischen 8 und 10 Grad Celsius.</p>



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<p>Aus dem Stollen wurde Roteisenstein abgebaut und im Ort verhüttet. Der Zeitraum des Abbaus ist uns bis heute nicht genau bekannt. Vermutlich war der Schwerpunkt des Abbaus in der Blütezeit der Eiserfeyer Eisenverhüttung zwischen 1696 und 1850. Nach einem Zülpicher Weistum soll es bereits um 1250 eine Schmiede oder Eisenhütte im Ort gegeben haben. Die fassbare Eisenproduktion begann in Eiserfey im Jahr 1696 mit der Antragstellung zur Errichtung einer Eisenhütte, dem später sogenannten »Altwerk«, am Ortsausgang nach Vussem. Schlackefunde deuten darauf hin, dass bereits Kelten und Römer in Eiserfey Eisenerz verhüttet haben.<br>Diverse Literatur weist auf Roteisensteinfunde in Eiserfey ab dem 13. Jahrhundert hin. Ob dieses Gestein aber in Stollen abgebaut oder oberirdisch gesammelt wurde, ist nicht nachgewiesen. Zum Abbau des Eisenerzes siehe auch <a href="https://dev.eiserfey.de/?page_id=631">hier</a>.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-769" width="512" height="339" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-1024x678.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-300x199.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-768x509.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-1536x1017.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/stollen-IMGP2283-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Hauptgang des Stollens in Richtung Mundloch mit seitlicher Abstützungsmauer</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-172" width="512" height="339" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-1024x678.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-300x199.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-768x509.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-1536x1017.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/11/Stollen-2-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Blick aus der seitlichen Höhle auf zwei von drei weiteren Gängen</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-770" width="512" height="339" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-1024x678.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-300x199.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-768x509.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-1536x1017.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Stollen-IMGP2362-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Blick in die seitliche Höhle</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-2.png" alt="" class="wp-image-1313" width="513" height="340" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-2.png 777w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-2-300x199.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-2-768x509.png 768w" sizes="auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Luftschacht in der großen Höhle</sub></em></figcaption></figure>



<p>Ein weiterer Stollen befand sich auf der westlichen Eiserfeyer Seite, gegenüber dem Friedhof am Alter Weg 12, auf Höhe des Wohnhauses. Nach mündlicher Überlieferung verlief der Stollen bis zur Ortschaft Vollem und hatte drei Gänge. Hier ist heute noch oberhalb des ehem. Hauses Huth ein Einstiegsloch erkennbar. Ein weiterer Stollen befand sich auf der westlichen Eiserfeyer Seite, gegenüber dem Friedhof am Alter Weg 12, auf Höhe des Wohnhauses. Dieser Stollen wurde aus Sicherheitsgründen zugemauert und ist heute nicht mehr erkennbar. </p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="812" height="644" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-1.png" alt="" class="wp-image-1299" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-1.png 812w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-1-300x238.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/image-1-768x609.png 768w" sizes="auto, (max-width: 812px) 100vw, 812px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Foto zeigt rechts neben dem Wohnhaus Stolleneingänge vor der Verschließung</sub></em></figcaption></figure>



<p>Beide Stollen dienten der Eiserfeyer Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg als Schutz vor den Alliierten Bombenangriffen und später aufgrund der niedrigen Temperaturen als Kühlkeller für Getränke bei dörflichen oder familiären Veranstaltungen.</p>



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<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-578x1024.jpg" alt="" class="wp-image-398" width="341" height="604" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-578x1024.jpg 578w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-169x300.jpg 169w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-768x1360.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-867x1536.jpg 867w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-1156x2048.jpg 1156w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/IMG_20221229_180231-scaled.jpg 1445w" sizes="auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eiserfey auf Tranchot-Karte von 1803</figcaption></figure>



<p>Auf der östlichen Talseite von Eiserfey verweist heute noch der Name „Ruedeberg“ (Rotberg) auf die Eisenerzgruben von Eiserfey. In der französischen Landesaufnahme von 1803 (Tranchot-Karte) wird der heutige „Weinberg“ noch als „Rothen Berg“ bezeichnet.</p>



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<p>Roteisenstein und Roteisenerz, Hämatit oder Blutstein, auch als Eisenglanz, Specularit bekannt, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide (und Hydroxide) mit der Formel Fe2O3 und die häufigste natürlich auftretende Modifikation des Eisen(III)-oxids. Hämatit entwickelt verschiedene pyramidale, würfelähnliche, rhomboedrische oder tafelige bis säulige Kristallformen, die eine Größe von mehreren Zentimetern erreichen können. Daneben kommt er aber auch in Form von derben, traubigen und rosettenförmigen bis radialstrahligen Mineral-Aggregaten vor.<br>Roteisenstein, Roteisenerz dient, wie der Name schon sagt, zur Eisengewinnung, ferner dient Roteisenstein als Schleif- und Poliermaterial, der tonreiche, weiche Roteisenstein als Anstrichfarbe und zur Herstellung der Rotstifte. Roteisenstein tritt gewöhnlich als Lager oder auf Gängen in sehr verschiedenen vorgenannten Formationen auf.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-1.jpg" alt="" class="wp-image-6511" width="573" height="404" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-1.jpg 448w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-1-300x212.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px" /><figcaption class="wp-element-caption">Röntgenfloureszens-Analyse, Labor Westkalk Vereinigte Warsteiner Kalkindustrie GmbH &#038; Co. KG</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-2.jpg" alt="" class="wp-image-6512" width="570" height="421" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-2.jpg 448w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Analyse-2-300x222.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h5 class="wp-block-heading">Entstehungsgeschichte des Roteisensteins</h5>



<p><br>Vor ca. 400 Millionen Jahren bedeckte das Devonmeer die Eifel für etwa 100 Millionen Jahre. Es war ein südlich vom Äquator liegendes tropisches Flachmeer. Nach Absterben der Organismen der hier lebenden Meerestiere mit kalkigen Hartteilen, wie Schnecken, Muscheln, Korallen, Panzerfischen usw. setzten sich diese auf dem Meeresboden ab. Dazu gesellte sich Verwitterungsgeröll, das aus dem angrenzenden nördlichen und südlichen Festland durch Flüsse in das Meer hineingetragen wurde. Weltweite Umweltveränderungen beendeten abrupt diese Kalkbildung.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="336" height="448" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Muschel-web.jpg" alt="" class="wp-image-6467" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Muschel-web.jpg 336w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/Muschel-web-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px" /><figcaption class="wp-element-caption">Muschelabbildung im Gestein des Stollens</figcaption></figure>



<p>In den folgenden 70 Millionen Jahren überdeckten ton- und feinsandige Ablagerungen die noch lockeren und losen Kalkablagerungen mit einer Schicht von etwa 2000 Metern. Durch den entstandenen Druck verfestigten sich die Kalksedimente zu Kalkstein. Die hierbei entstandenen Hohlräume sowie lose Sedimentschichten wurden von eisen- und sauerstoffhaltigem Meerwasser durchspült. Durch physikalisch-chemische Umwandlungen bildete sich im Laufe der Zeit in den Lücken Roteisenstein. (Fe2O3).<br>Vor etwa 280 Millionen Jahren entstand bei der so genannten variszischen Orogenese ein 3000 bis 4000 Meter hohes Gebirge. (bei Orogenese handelt es sich um ist die Gebirgsbildung, bei der variszischen Gebirgsbildung um das Auffalten der Gesteinsschichten durch das aufeinanderdriften der alten Kontinente Gondwana und Laurussia).<br>Durch lange anhaltende Verwitterungsprozesse und Vulkanismus wurden mehrere hundert Meter Sedimentgestein abgetragen, das einstige Hochgebirge zu einem Mittelgebirge verändert und unsere heutige Oberflächengestaltung in ihren Grundzügen herausgebildet.<br>Zurück blieben die hochgeschobenen Sedimentgesteine, so auch der mitteldevonische Kalkstein mit Rot- /Brauneisensteineinschlüssen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Willi Brüll, Chronik Eiserfey 1125 Jahre, 1992</li>



<li>Homepage Eiserfey, Aus der Geschichte der Eiserfeyer Eisenhütten und deren Betreiber, A. Velser</li>



<li>Peter Neu, Eisenindustrie in der Eifel, Bonn 1989</li>



<li>Meyers Konservations-Lexikon, 1888</li>



<li>Tranchot Karte von 1803</li>



<li>Röntgenfloureszens-Analyse, Labor Westkalk Vereinigte Warsteiner Kalkindustrie GmbH &amp; Co. KG</li>



<li>Private Aufzeichnungen Michael Linden, nicht veröffentlicht</li>



<li>Hämatit. Wikipedia</li>



<li>Eugen Virmond, Geschichte der Eifeler Eisenindustrie, Schleiden 1896</li>



<li>Mineralienatlas Lexikon – Roteisenstein</li>



<li>Roteisenstein; Giesserei-Praxis</li>



<li>Fotos Privat</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(06) Pulvermühle / Neuwerk</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/pulvermuehle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gast Autor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 07:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem Gebiet des ehemaligen Kreises Schleiden diente das Wasser des Veybachs in früherer Zeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf dem Gebiet des ehemaligen Kreises Schleiden diente das Wasser des Veybachs in früherer Zeit den unterschiedlichsten Betriebsstätten als Antrieb. Über die Wasserräder wurden Mehlmühlen, Ölmühlen, Hammerwerke, Eisenhütten, diverse Maschinen für die Eisenbearbeitung, eine Lohmühle, eine Eisenschneidmühle, Pochwerke und Glasschleifmaschinen angetrieben. Aus der Geschichte dieser Einrichtungen gibt es mehr oder weniger schriftliche Abhandlungen. Hier fand bislang eine Betriebsanlage, und zwar die Pulverfabrik in Eiserfey, weniger Beachtung. Daher wird im folgenden Aufsatz versucht, eine Übersicht aus der Geschichte eines ehemaligen, nicht alltäglichen Betriebs am Veybach zu geben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eisenhütte »Neuwerk«</h3>



<p>Um das Jahr 1780 hatten sich die Hüttenmeister Eilertz und Hamacher in Eiserfey durchgesetzt und erbauten ein neues Hüttenwerk, das sogenannte »Neuwerk« auf der Flur „in der Comm“ unterhalb dem &#8222;Altwerk&#8220;. Über die Arbeit der Hütte ist nicht viel bekannt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>Erben Syberg und Erben Hamacher Eiserfey. 6 Minuten stromabwärts Neuenwerk mit 1 oberschlächtigen Wasserrad, 2 Bälge ( Eisenschmelzen u. Gießrinnen), 1 Hammerwerk, 12 Arbeiter.</em></p>
<cite>Mühlenverzeichnis aus dem Jahr 1820</cite></blockquote>



<p>Laut diesem Beschreibungspunkt der Mühlenakte handelt es sich eindeutig um das Neuwerk, welches sich 6 Minuten Fußweg unterhalb vom Eiserfeyer „Altwerk“ befindet.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>Carl Theodor &amp; Anna Maria Eilertz und Wittib Josef&nbsp; Fingerhuth, Eisenfabrikanten zu Eiserfey, Neuwerk gelegen unterhalb dem Dorfe Eiserfey.</em><br><em>4 oberschlächtige Wasserräder, 6 Bälge (Eisenschmelzen und Gießrinnen) 1 Eisenpochwerk, 1 Hammerwerk, 10 Arbeiter. Dieses Werk ist in Folge des damaligen Landesherren, Churfürst von Coeln unterm 25 July 1780 ertheilten Konzessions Urkunde erbaut und in Betrieb gesetzt worden.</em></p>
<cite>Mühlenverzeichnis aus dem Jahr 1830</cite></blockquote>



<p>Ab etwa dem Jahr 1850 setzte der Verfall der Eifeler Eisenindustrie ein, von dem die Eisenhütten in Eiserfey nicht verschont blieben. Dies hatte zur Folge, dass die Eisenwerke geschlossen und die Betriebsanlagen anderen Verwendung zugeführt wurden. 1855 wurde das Hüttenwerk &#8222;Neuwerk&#8220; der Geschwister Fingerhuth zum Verkauf angeboten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Pulvermühle</h3>



<p>In einer&nbsp;Pulvermühle&nbsp;(früher auch Pulverstampfe genannt) wurden nach Erfindung bzw. Verbreitung des&nbsp;Schwarzpulvers&nbsp;im ausgehenden&nbsp;Mittelalter&nbsp;bis zur Neuzeit (etwa 1918) die zur Pulverherstellung notwendigen Zutaten&nbsp;Holzkohle,&nbsp;Schwefel&nbsp;und&nbsp;Salpeter&nbsp;gemahlen oder zerkleinert und zur&nbsp;explosiven&nbsp;Mischung zusammengestellt. Da die zur Herstellung von Holzkohle häufig benutzten&nbsp;Faulbäume&nbsp;besonders in Tallagen anzufinden waren und die meisten Pulvermühlen mithilfe von&nbsp;Wasserkraft&nbsp;angetrieben wurden, lagen die Mühlen großteils an Fließgewässern. Wegen der Explosionsgefahren wurden die Mühlen außerhalb von Ortschaften angelegt.</p>



<p>Mit einer Anzeige im Unterhaltungsblatt des Kreises Schleiden und Umgebung vom 15.07.1865 gibt der königliche Landrat Freiherr von Harff folgendes bekannt:</p>



<p>Die Mechernicher Gesellschaft Carl Kreuser jun. &amp; Compagnie beabsichtigt, das ehemalige Eiserfeyer Hüttenwerk Neuwerk zu einer Pulverfabrik umzuändern. Soweit ersichtlich gab es von der Öffentlichkeit keine Einwände zu diesem Vorhaben. Es schaltete sich jedoch die Abteilung des Inneren der königlichen Regierung in Aachen ein. Hiervon wurden Vorgaben für den Umbau des ehemaligen Hüttenwerkes gegeben.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="460" height="568" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/18650721-Pulvermuhle.png" alt="" class="wp-image-405" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/18650721-Pulvermuhle.png 460w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/18650721-Pulvermuhle-243x300.png 243w" sizes="auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px" /></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>So waren z.&nbsp;B. neben dem bestehenden Fachwerk noch Mauern in Massivbauweise einzuziehen. Es wurden allerdings auch seitens der Regierung Zugeständnisse gemacht, indem nicht, wie vorgeschrieben, das Trockenhaus mit Wasserdampf, sondern mit einer gewöhnlichen Stubenheizung zu beheizen war. Der Heizofen musste hierfür allerdings noch eine zusätzliche Ummantelung erhalten.&nbsp;Es dauerte nun nicht mehr lange bis zum Erhalt der Konzessionsurkunde vom 10.10.1865, um den Betrieb mit zwei Pulvermühlen aufnehmen zu können. Nach dem Verlust der Arbeitsplätze wegen der Stilllegung des Eisenwerkes war man sicherlich froh, dass der neue Betrieb auch neue Arbeitsplätze, z.&nbsp;B. für Pulverarbeiter, Kistenschreiner, Tagelöhner usw. brachte. </p>



<p>Unter der Leitung des Pulvermeisters wurden die nötigen Zutaten des Schwarzpulvers, Holzkohle, Schwefel und Salpeter gemahlen und zur explosiven Mischung zusammengestellt. Anwendung fand der Sprengstoff in den Steinbrüchen der Umgebung sowie im nahegelegenen Bleibergwerk, wo Carl Kreuser auch Teilhaber war.<br>Es dauerte allerdings auch nicht lange, bis es am 16. Januar 1866 zur ersten Explosion in der Pulverfabrik kam. Hierbei fanden zwei Mitarbeiter den Tod. Am 18. Oktober des gleichen Jahres kamen wiederum zwei Mitarbeiter bei einer Explosion ums Leben.<br>Aus dem vorliegenden Schriftverkehr zwischen der königlichen Regierung in Aachen, deren Fabrikinspektor Piper, dem königlichen Landrat von Harff, dem königlichen Kreisbaumeister Holle und dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Weyer, Jakob Blum in Zingsheim, ist zu entnehmen, dass in der Pulvermühle leichtsinnig und unvorsichtig gearbeitet wurde. Daraufhin wurden im ersten Fall, unter der Beschuldigung der fahrlässigen Tötung, ein Schreiner und der Pulvermeister zu&nbsp;je zwei Monaten&nbsp;Gefängnisstrafe sowie beide solidarisch in die Kosten verurteilt.&nbsp;Da bei der zweiten Explosion nur die beiden Getöteten in der Betriebsstätte anwesend waren, konnte keinem Weiteren eine Schuld nachgewiesen werden. Die strafrechtliche Verfolgung des Fabrikbetreibers wurde mangels hinreichender Indizien eingestellt.</p>



<p>Von der königlichen Regierung wurden ein vorsichtigerer Umgang mit den Materialien angemahnt und beim Wiederaufbau der Betriebsstätte weitere Sicherheitsmaßnahmen vorgegeben. Es waren in Zukunft auch mehr Kontrollen durchzuführen. Hier wurde auch der Bürgermeister der Bürgermeisterei Weyer Jakob Blum ermahnt und in die Pflicht genommen. Für Gutachten bezüglich der Wiedererrichtung des zerstörten Betriebsgebäudes &nbsp;erfolgte auch die Heranziehung des Kreisbaumeisters Holle. Weiterhin führte die Landespolizeibehörde, vertreten durch Fabrikinspektor Piper, ihre Revisionen durch. Immer wieder wurden Missstände aufgedeckt, die man jedoch nicht immer umgehend beseitigte.&nbsp;Bei&nbsp;alledem kam es wohl auch zu Kompetenzgerangel. Vom Bürgermeister wurde sogar nachgefragt, ob er nicht einen Techniker, der derzeit beim Eisenbahnbau tätig ist, mit hinzuziehen soll.&nbsp;So kam es,&nbsp;dass die Behörden nach mehrmaligen Kontrollen und strengen Hinweisen auf sicheres Arbeiten, sich erst gegen Mitte des Jahres 1867 für die Wiederinbetriebnahme der neu aufgebauten Pulvermühle&nbsp;aussprachen. Zuvor erfolgte aber noch&nbsp;eine Erweiterung der Konzessionsbedingung um einige Paragraphen. So musste z.&nbsp;B., um ein paar Forderungen zu erwähnen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>ein funktionierender Blitzableiter installiert werden,</li>



<li>das Rauchen ist in den Betriebsstätten verboten,</li>



<li>auf dem Schornstein ist ein Funkenfänger aus Drahtgeflecht anzubringen,</li>



<li>auf dem Gelände der Pulverfabrik ist nur eine Feuerungsanlage zum Trocknen des Pulvers gestattet,</li>



<li>das Halten und Mitbringen von Haustieren ist verboten,</li>



<li>der Fußboden des Pulverhauses ist mit Decken auszulegen,</li>



<li>die Wege des Geländes sind mit Gerblohe zu belegen,</li>



<li>die Fensterscheiben sind auf einer Seite mit weißer Ölfarbe zu bestreichen,</li>



<li>die Gefäße, worin die Satzmaterialien oder das Pulver in den Wagen zwischen den Fabrikgebäuden und den Magazinen transportiert werden, sind zur Verhütung von Stößen beim Ein- und Ausladen mit Handgriffen aus Holz bzw. Messing zu versehen.</li>



<li>an den Zapfen der Getriebe respektive den Pfannenlagern sind zur Erhaltung der Schmierung, Stopfbüchsen aus Holz oder Weißblech anzubringen und mit Schafwolle auszufüttern.</li>
</ul>



<p>Diese vielen zusätzlichen Forderungen, die wohl unerlässlich waren und im Hinblick auf noch weitere zu erwartende Vorschriften sowie Zweifel an den Gutachtern, veranlassten den Teilhaber Carl Kreuser jun. im Juni 1867 die Betreibergesellschaft zu verlassen. Er verkaufte seinen Anteil an den in Eiserfey wohnenden Clemens August Schmitz.&nbsp; Vor Übernahme der Pulverfabrik war er bereits in der Eisenverhüttung sowie anderen diversen Unternehmungen wie auch in der Herstellung von Pulver tätig. Sein Grabstein befindet sich heute noch auf dem Friedhof in Eiserfey.</p>



<p>Der neue Teilhaber führte den Betrieb nun weiter und erhielt auch sehr schnell die Erlaubnis, ein zweites Pulvermagazin zu errichten.</p>



<p>Der Bezirkspolizeiverordnung vom 7. Juni 1875, Amtsblatt pg 153, ist hierzu folgendes zu entnehmen. Bei einer Lagerung des normal weichen, knetbaren Dynamits bei Temperaturen von weniger als + 8 °C verfestigt sich dieses und kann dadurch mit den zu benutzenden Zündhütchen nicht mehr zur Explosion gebracht werden. Die Aufbewahrung des Dynamits muss daher so erfolgen, dass es sich nicht verfestigen kann. Es darf aber zugleich keiner höheren, als einer lauwarmen Temperatur ausgesetzt zu sein. Somit sind in angemessener Entfernung von Gebäuden und Verkehrswegen kleine Stollen anzulegen, aus denen eventuell eindringendes Wasser abfließen kann. Die Stollen sind im Inneren mit Holz und Pferdemist auszukleiden und von außen mit einer drei Fuß starken Schicht Pferdemist zu bedecken.</p>



<p>Um die Sicherheit beim Transport der Rohmaterialien und des Pulvers zwischen den Fabrikgebäuden und den Magazinen zu erhöhen, erhielt der Betreiber die Genehmigung, einen Schienenweg im Betriebsgelände anzulegen.</p>



<p>Trotz aller Maßnahmen kam es am 09. Juni 1869 zu einer weiteren Explosion in der I. Pulvermühle, wobei wiederum ein Mitarbeiter den Tod fand. Von den so weit bekannten fünf tödlich Verunglückten in der Pulverfabrik konnten vier in den Sterbebüchern der Bürgermeisterei Weyer identifiziert werden. Unter ihnen war auch ein 15-jähriger Tagelöhner. Weiterhin wurde ersichtlich, dass neben den Beschäftigten, die aus Eiserfey und Umgebung stammten, auch Pulverarbeiter aus der Ferne, so z.&nbsp;B. aus Dellingen in Nassau und Elbingerode, hier beschäftigt waren.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="945" height="211" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/05/image.png" alt="" class="wp-image-5915" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/05/image.png 945w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/05/image-300x67.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/05/image-768x171.png 768w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schweinfurter Tagblatt : die Zeitung für die Region Main/Rhön 17.06.1869</figcaption></figure>



<p>Vor der Wiederinbetriebnahme mussten etliche Missstände behoben und weitere Vorschriften im Umgang mit den gefährlichen Materialien erlassen werden. So durfte die Pulvermühle zu keiner Zeit mehr unbeaufsichtigt in Betrieb sein. Zur Sicherheit war auch ein Nachtwächter anzustellen. Ferner wurde der Betreiber angehalten, einen Aufsichtsbeamten einzustellen, der vom Friedensgericht in Gemünd zu vereidigen war. Der Bürgermeister wurde aufgefordert mehr Kontrollen durchzuführen und, wenn nötig, die Lokalpolizei mit einzubeziehen. Neben den zusätzlichen strengeren Kontrollen erhielten die Arbeiter mit Hosen und Kitteln aus Leinen eine einheitliche Arbeitsbekleidung.</p>



<p>Am 21. März 1870, 12. August 1870 und dem 14. September 1870 kam es zu erneuten Explosionen bzw. Zwischenfällen in der Pulverfabrik, bei denen Mitarbeiter Brandverletzungen davontrugen.&nbsp;In einem&nbsp;Schreiben der königlichen Regierung an den Landrat beklagte diese, dass man in der Pulvermühle weiterhin sehr nachlässig und ordnungswidrig gewesen sei. So wurden auch Trunkenheitsfälle bei den Arbeitern und Aufsehern bekundet und der Pulvermeister beschuldigt, den Branntwein gegen Bezahlung zu verabreichen. Hier verlangte die Regierung in Aachen Aufklärung.</p>



<p>Der Wiederaufbau der beschädigten Fabrikgebäude wurde immer wieder in Angriff genommen, jedoch waren auch jedes Mal neue Sicherheitsvorgaben der königlichen Regierung zu berücksichtigen.</p>



<p>Durch die Einberufung des Pulvermeisters J. Reichenhagen zur Armee und den Tod des Verwalters Burmehl waren die beiden für die Beaufsichtigung und Leitung der Pulverfabrik vereidigten Personen nicht mehr anwesend. Als neuer Pulvermeister sollte der schon seit 5 Jahren mit allen Arbeiten vertraute D. Groß vereidigt werden. Dieses Vorhaben wurde aber vermutlich nicht umgesetzt, denn Groß war nach zwei Diebstählen in Köln zu langer Haft verurteilt und nach 15 Jahren begnadigt worden. Er stand derzeit zudem noch unter Polizeiaufsicht.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Zwischenzeitlich gab C. A. Schmitz bekannt, für die Herstellung des neuen Sprengmaterials Lithofracteur, genannt Steinbrecher, eine neue Anlage bauen zu wollen. Bei diesem Sprengstoff ist die Zusammensetzung des Gemischs eine Abwandlung der Dynamit-Rezeptur von Alfred Nobel, mit dem Ziel, eine bessere Sprengwirkung als herkömmliches Dynamit zu erzielen. Die Hauptbestandteile sind Nitroglyzerin, Sägemehl, Kieselgur und Bariumnitrat.</p>



<p>Nachdem der Kreisbaumeister Schütte die ordnungsgemäße Ausführung der Anlage festgestellt hatte, wurde die Betriebserlaubnis im Februar 1872 erteilt. Zuvor wurde aber noch einmal darauf hingewiesen,&nbsp;<em>dass die Kastendeckel bei den Dynamit Patronen nicht durch eingeschlagene Nägel, sondern mit eingeschraubten Schrauben zu befestigen sind</em>.</p>



<p>Als Aufsichtsperson für die Steinbrecherfabrik wurde der Pulvermeister Fr. Kremer vor dem königlichen Friedensgericht in Gemünd vereidigt. Am 14. Dezember 1872 kam es wieder zu einer Explosion, wobei nicht ersichtlich ist, ob diese in der alten oder der neuen Anlage erfolgte.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="317" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Pulvermuehle.png" alt="" class="wp-image-409" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Pulvermuehle.png 640w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Plan-Pulvermuehle-300x149.png 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Situationsplan 1877</sub></em></figcaption></figure>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="718" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/pulverfabrik-1024x718.jpg" alt="" class="wp-image-596" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/pulverfabrik-1024x718.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/pulverfabrik-300x210.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/pulverfabrik-768x538.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/pulverfabrik.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Auszug Karte des königlichen Katasters von 1877</sub></em></figcaption></figure>



<p>Ende 1874 bzw. Anfang 1875 bekam die Pulverfabrik mit der »Gesellschaft Vereinigte Rheinisch Westfälische Pulverfabriken« einen neuen Betreiber. Aus deren Zeit stammt auch der 1877 gezeichnete Situationsplan des kompletten Areals der Pulverfabrik. In dem Schreiben vom 06.02.1875 gestattet die Regierung in Aachen dem neuen Betreiber, die aufgestellten Außenlaternen zu benutzen. Vermutlich handelte es sich hier schon um Laternen, in denen Petroleum verbrannte. Auf das Gesuch der Gesellschaft wurde dieser bald, unter strengen Auflagen, die Einrichtung einer Verkaufsniederlassung für Dynamit gestattet.</p>



<p>Der Bezirkspolizeiverordnung vom 7. Juni 1875, Amtsblatt pg 153, ist hierzu folgendes zu entnehmen. <br><em>„Bei einer Lagerung des normal weichen, knetbaren Dynamits bei Temperaturen von weniger als + 8 °C verfestigt sich dieses und kann dadurch mit den zu benutzenden Zündhütchen nicht mehr zur Explosion gebracht werden. Die Aufbewahrung des Dynamits muss daher so erfolgen, dass es sich nicht verfestigen kann. Es darf aber zugleich keiner höheren als einer lauwarmen Temperatur ausgesetzt zu sein. Somit sind in angemessener Entfernung von Gebäuden und Verkehrswegen kleine Stollen anzulegen, aus denen eventuell eindringendes Wasser abfließen kann. Die Stollen sind im Inneren mit Holz und Pferdemist auszukleiden und von außen mit einer drei Fuß starken Schicht Pferdemist zu bedecken.“</em></p>



<p>Schwere, rundverdeckte Pferdewagen transportierten, weiten Abstand haltend, die Pulverkisten über Land. Zur Warnung hatten die Karren rote Fähnchen und eine Schelle. Der Fuhrmann warnte andere Wagen und Fußgänger mit dem Ruf: »Po-le-ve-wan!«. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Mit dem Vorhaben, Umänderungen an der Pulverfabrik vorzunehmen, setzt der Schriftverkehr erst wieder zum Ende der 1880er Jahre ein. Im August 1889 wurde die Genehmigung für den Umbau der Pulverfabrik erteilt. Um welche Umänderung es sich handelte, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Einem Schreiben vom 15. Oktober 1890 ist zu entnehmen, dass die Umbauarbeiten der Pulverfabrik vollendet sind und die Inbetriebsetzung am 22. Oktober erfolgen soll.</p>



<p>Um das Jahr 1890 änderte sich aber noch einmal der Firmenname. Nach dem Zusammenschluss&nbsp;der »Vereinigten Rhein. &#8211; Westf. Pulverfabriken Köln« mit der »Pulverfabrik Rottweil-Hamburg« hieß die Betreiberfirma »Köln-Rottweiler Pulverfabriken«. Etwa 10 Jahre später erfolgte die Einstellung des Betriebes in Eiserfey am 21.08.1902. Als Grund beklagte der Betreiber den zurückgegangenen Verbrauch an Schwarzpulver. Für den Fall, dass sich der Bedarf an Schwarzpulver noch einmal verbessert, wurden die Fristungen für eine Wiederinbetriebnahme noch bis 1911 wahrgenommen.&nbsp;Hiernach kam das endgültige Ende für die Pulverfabrik und der Verkauf des Betriebsareals. Vom späteren Eigentümer, dem Schmied Nikolaus Mauel, wurden die Fabrikgebäude nach dem Ersten Weltkrieg abgerissen. </p>



<p>Über das Ende der Pulverfabrik berichtet die Chronik: „Im Sommer 1903 wurde der Betrieb der Pulverfabrik in Eiserfey infolge schlechten Geschäftsganges [endgültig] eingestellt, welches der Gemeinde Weyer einen sehr beträchtlichen Steuerausfall verursachte. Hierdurch verzogen der Fabrikverwalter Büchner und der Pulvermeister Wolf, welche alle bedeutenden Steuern zu entrichten hatten“.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Seit Anfang der 1970er Jahre präsentiert sich hier ein teils parkähnliches Gelände mit einem stattlichen Wohnhaus und einem größeren Teich, dem vermutlich teilweise ehemaligen Mühlenteich. Diesem schließt sich zwischen Veybach und dem Weg nach Vussem das eigentliche ehemalige Betriebsgelände an, das heute mit Obstbäumen bewachsen ist.<br>Unweit des eigentlichen Betriebsgeländes steht an der B 477 das letztlich von Theo Weidebach erworbene ehemalige Verwalterhaus der Pulverfabrik. </p>



<p>Ein weiteres Relikt des Mühlenbetriebs findet man in Lessenich. Aus einem Mühlstein mit einem Durchmesser von 1,85 m und ca. 0,40 m Dicke, der von der Pulvermühle&nbsp;stammt, wurde 1923 das Denkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges des Ortes gestaltet. In dem Bericht wurde erwähnt, dass nur noch alte Brocken Mauerwerk auf dem Gelände standen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6326" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo-1024x768.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo-300x225.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo-768x576.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo-1536x1152.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/06/Pulvermuehle-Theo.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verwaltergebäude der Pulvermühle</figcaption></figure>



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</div>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Albert Velser, Vussem, &#8222;Aus der Geschichte der Pulverfabrik in Eiserfey&#8220;</li>



<li>Akte der Pulvermühle in Eiserfey, im Kreisarchiv in Euskirchen,</li>



<li>Chronik der Bürgermeisterei Weyer, Bd. II 1849-1872, Es ist bemerkenswert, dass bei den jährlich gemachten Aufzeichnungen in dieser Chronik die Seiten für das Jahr 1866 (mit den zwei Explosionen und den vier Toten) fehlen.</li>



<li>Internet W. Meyer, Eiserfey, <a href="http://www.meyer-eiserfey.de/Anno-Dazumal">Anno Dazumal (meyer-eiserfey.de)</a></li>



<li>Standesamt&nbsp;Weyer:&nbsp;Sterben 1866 und 1869</li>



<li>Anzeige: im Unterhaltungsblatt des Kreises Schleiden und Umgebung 15. Juli 1865,</li>



<li>Aufsatz:&nbsp;Heimatkalender 1972 Kreis Euskirchen, „Ein Mühlstein wurde zum Ehrenmal in Lessenich“,</li>



<li>WIKIPEDIA, Pulvermühlen</li>



<li>Chronik 1150 Jahre Eiserfey, 2017</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(18) Travertinabbau &#8222;ahle Koansteen&#8220;</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/travertinabbau_ahle_koansteen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann W. Mießeler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 07:35:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=6095</guid>

					<description><![CDATA[Johann W. Mießeler Nach amtlichen Unterlagen und Aufzeichnungen wurde Travertin umfangreich unterhalb (1913 &#8211; 1932) [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Johann W. Mießeler</p>



<p>Nach amtlichen Unterlagen und Aufzeichnungen wurde Travertin umfangreich unterhalb (1913 &#8211; 1932) und neben der Kakushöhle links der Straße in Richtung Weyer (1937 &#8211; 1942) im Steinbruch  abgebaut.</p>



<p>Schon im 18. Jahrhundert soll von Kloster Steinfeld hier in Steinbrüchen der Marmor abgebaut worden sein.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center" style="grid-template-columns:42% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="578" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-578x1024.jpg" alt="" class="wp-image-306 size-full" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-578x1024.jpg 578w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-169x300.jpg 169w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-768x1360.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-867x1536.jpg 867w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-1156x2048.jpg 1156w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-scaled.jpg 1445w" sizes="auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Travertin gehört zu der Gruppe der Sedimentgesteine und ist ca.100.000 bis 800.000 Jahre alt. Der Name kommt aus dem italienischen <em>travertino</em> und bedeutet „Stein aus Tivoli“. Travertin ist ein mehr oder weniger poröser Kalkstein, der in verschiedenen Farben (Gelb, Beige, Braun und Rot) vorkommt und aus kalten, warmen oder heißen Süßwasserquellen als Quellkalk chemisch ausgefällt wurde. (Ausscheiden von gelösten Stoffen in Form von Kristallen, Flocken oder Tröpfchen). Dieser Süßwasserkalk besteht fast ausschließlich aus Calciumcarbonat (CaCO³)<sub>.</sub></p>



<p>Travertin ist auf den Kontinenten weit verbreitet. Die Vorkommen sind meist nicht sehr mächtig. Mit der Kakushöhle bietet sich uns ein gleich vor der Haustür gelegenes, eindrucksvolles und anschauliches Beispiel eines solchen Vorkommens.</p>
</div></div>



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<p>Travertin wird im Bauwesen als Naturstein und zur Dekoration verwendet. Dass der Abbau des hiesigen Travertingesteins einmal wirtschaftlich bedeutend werden sollte, war im Jahr 1895 noch nicht abzusehen. Im März 1895 berichtete das &#8222;Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung&#8220;: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">&#8222;<em>Über Eifelmarmor ist in der letzten Zeit viel in den Zeitungen berichtet worden, welcher in den Kreisen Schleiden, Prüm und Daun gefunden worden sei und der die Güte des belgischen Marmors noch übertreffen solle. Proben von Eifelmarmor wurden schon vor 2 Jahren von einem Baubeamten im Kölner Eifelklub gezeigt. Damals wurde behauptet der Eifelmarmor gleiche dem Baustoff des neuen Palais in Potsdam. Vom Eifelmarmor sollen Altäre und Taufsteine der alten Klosterkirche zu Steinborn hergestellt worden sein. Es heißt, die königliche Regierung wolle eine Untersuchung über Bauwürdigkeit veranlassen.</em>&#8222;</p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Die Kreisverwaltung Schleiden erkannte frühzeitig den drohenden Verlust des einmaligen Gesteins und Kulturgut und kaufte nach schwierigen Verhandlungen 09.04.1913 das Zentrum der Kakushöhle von Everhard Esser. Die von 36.000 Mark auf 20.000 Mark stark reduzierte Kaufsumme konnte nur mit großzügiger Unterstützung durch Spenden von Privatleuten und Institutionen gezahlt werden. Der Abbau ging dennoch weiter, obwohl die Kakushöhle als „großartiges Naturdenkmal“ eingestuft wurde und „seine Erhaltung eine Notwendigkeit“ sei. <br><br>Die gesammelten Erkenntnisse führten dazu, dass zunächst ein Teilbereich der Kakushöhle mit Polizeiverordnung vom 05.04.1927 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Diese Verordnung löste bei den wirtschaftlich betroffenen Unternehmen einen Sturmlauf der Entrüstung aus. Gerichtlich wurde dagegen vorgegangen, da abgeschlossene Lieferverträge nicht mehr erfüllt werden konnten.  Ebenso betroffen von dieser Maßnahme waren die Eigentümer der an Gebr. Horst verpachteten Grundstücken, u.&nbsp;a. auch der Urgroßvater des Autors, da für 10 Tonnen (4 m³) abgebauten Travertin ein Betrag von 20,00 RM gezahlt wurde. <sup>  </sup></p>



<p>Der Kreis versuchte nach und nach Grundstücke von den angrenzenden privaten Grundstückseignern zu erwerben. Dennoch wurden die nicht unter Naturschutz gestellten Randgebiete weiter ausgebeutet. </p>



<p></p>



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<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="839" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-orgateam-arb-1-839x1024.jpeg" alt="Chronik\Fotos Travertin\Kartenausschnitt Naturschutz ca. 1931.jpg" class="wp-image-2126" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-orgateam-arb-1-839x1024.jpeg 839w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-orgateam-arb-1-246x300.jpeg 246w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-orgateam-arb-1-768x937.jpeg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-orgateam-arb-1.jpeg 1114w" sizes="auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px" /></figure>



<p><br>Die Karte zeigt den Zustand um 1931, die grün umrandeten Grundstücke sind Kreiseigentum und gleichzeitig Naturschutzgebiet. Im Laufe der nachfolgenden Jahre erwarb der Kreis weitere Grundstücke. 1934 wurden die Grundstücke rechts von der Straße, von Weyer in Richtung Dreimühlen, „Ahle Koansteen“ gekauft. Derweil wurde der Naturschutz wiederholt ausgedehnt, jedoch in den Folgejahren von den Nationalsozialisten ausgesetzt. Das ermöglichte ihnen den Abbau von Tausenden Kubikmetern Travertingestein für ihre Prunkbauten zur Glorifizierung der Nazi-Diktatur.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="793" height="595" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-2.png" alt="" class="wp-image-312" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-2.png 793w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-2-300x225.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-2-768x576.png 768w" sizes="auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Glatte Schnittstelle am Felsmassiv sichtbar</sub></em></figcaption></figure>



<p>Die erste Musterlieferung erfolgte im Oktober 1937. Nach einem harten Winter wurde ab März 1938 ständig geliefert. Allein im Zeitraum vom 03. November 1938 bis 26. Januar 1939 wurden 148 cbm in Blöcken geschnitten, insgesamt sollen es über 6000 m³ für Nürnberg gewesen sein. Die Blöcke wurden auf dem Weg nach Nürnberg bei verschiedenen Steinmetzwerkstätten in Scheiben zersägt. Die Scheiben dienten als Fassadenverkleidung der Türme in Nürnberg. In diesem Bericht wird nicht weiter detailliert auf dieses Thema eingegangen. Hierüber hat der Mechernicher Heimatforscher Peter-Lorenz Könen unter <em>„Eifeler Travertin für das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg</em>“ ausführlich berichtet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="740" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-gesammelte-f-e1677750368321-1024x740.jpeg" alt="" class="wp-image-2130" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-gesammelte-f-e1677750368321-1024x740.jpeg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-gesammelte-f-e1677750368321-300x217.jpeg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-gesammelte-f-e1677750368321-768x555.jpeg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/i-burgerverein-burgerverein-eiserfey-gesammelte-f-e1677750368321.jpeg 1163w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto zeigt Fritz Esser auf seinem Lanz Bulldog mit Travertinblöcken beladenen Anhängern</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>In der Eiserfeyer Schulchronik schreibt <strong>Lehrer Alfons Nießen</strong>, mit Datum vom 1. November 1938, sehr anschaulich über den Abbau des „Ahle Koansteens“. Seine Darstellung wird wörtlich zitiert. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>„Mächtig wuchsen die stolzen Repräsentativbauten in Nürnberg, München, Berlin und anderen deutschen Städten ihrer Vollendung entgegen. Quader um Quader wird aufeinander gefügt. Es ist deutscher Stein, der an diesen Bauwerken Verwendung findet und zum Teil aus unserer nächsten Nähe stammt. Travertin, auch Eifeler Marmor wird er genannt. Die Stelle, wo fleißige Hände schon ein Jahr tätig sind, den Stein zu brechen, liegt kaum ein Bogenschuß von unserem Dorf entfernt. Gegenüber dem Kartstein (Kakushöhle) auf der anderen Seite der Straße nach Weyer liegt der Bruder des Kartsteins. Dicht an der Straße türmt sich der Eiszeitgesteinskegel in etwa 20 bis 30 Meter Höhe. Hier befindet sich der Travertinbruch eines Kölner Marmorwerkes, von dem aus seit Monaten Eifeler Marmor an die erwähnten Bauten geliefert wird. Leise surren die teils senkrecht, teil schräg und auch horizontal laufenden Seiltransporträder, über die das 420 Meter lange Sägeseil verläuft. Diese Länge wäre an sich wegen des Sägeeffekts nicht notwendig, doch bei kürzeren Sägeseilen würden zu viele Seile verschleißen, da der Sägeprozess mit Hilfe von feinem Mechernicher Quarzsand und Wasser den Schneidedraht stark beansprucht. Travertin ist stellenweise nämlich so hart wie der Granit, auf dem er ruht. Auch der lange Sägedraht reicht für einen Schnitt nicht aus. Ein solcher Schnitt dauert durchschnittlich zehn bis elf Tage. Dabei wird eine, je nachdem ein bis zwei Meter dicke Tafel von 100 bis 110 Quadratmeter von dem Felsmassiv abgeschnitten. Vier Seillängen von 420 Meter Länge werden normalerweise hierfür gebraucht. Der anfänglich 5 Millimeter starke Sägedraht schleißt bis auf mehr als die Hälfte ab. Aus diesem Grunde muss der Sägeschnitt zugegipst werden, damit das beim Schneideprozess zugesetzte und unerlässliche Sand-Wasser-Gemisch nicht aus der Sägefuge hinausläuft. Die Härte des Eifeler Marmors beweist die Tatsache, dass der Sägeschnitt stündlich nur fünf Zentimeter beträgt. Ist der Schnitt beendet, dann wird die senkrecht abgeschnittene Scheibe mit Keilen und Winden sorgsam auf die bereits abgeräumte Seite umgelegt. In besonderen Fällen wird auch ein Moper verwandt, kleine, unscheinbare, etwa 20 Zentimeter hohe und 30 Zentimeter lange Kästchen, hydraulische Pumpen, die 50 bis 100 Tonnen leisten. Oberhalb und unterhalb der Sägestelle knattern die Preßluftbohrer. Dort, um den auflagernden Abraum zu beseitigen, der jedoch nur flach aufliegt, da, um die stattliche Scheibe in entsprechende Blöcke zu teilen. Von Januar bis heute wurden etwa 600 Kubikmeter Travertin abgebaut. Der vorhandene Rest wird etwa die gleiche Ausbeute ergeben. Unser Travertin enthält wie aller Muschelkalk auch zahlreiche Eindrücke, Einschlüsse bzw. Abdrücke. Da gibt es Fische, Farn und andere Dinge aus der Eiszeit zu sehen. Hier und da lagern guterhaltene Holzstücke in dem Gestein, das von gelblicher Farbe ist.</em><br><em>Auf der Baustelle ist die Kraftstation in einer Bretterbude untergebracht. Neben dem Maschinenhaus erheben sich noch verschiedene andere Buden aus rohem Schalholz, die als Lager für Material und Unterkunft für die 17-köpfige Steinbruchbelegschaft dienen. Interessant ist auch die Art, wie das Sägeseil straff gehalten wird. Das geschieht durch ein Lorenuntergestell, auf dem je nach der Tiefe des Schnittes, mehr oder weniger Steinblöcke lagern. Das ganze läuft auf Schienen und ist verstellbar. Wuchtig ragen zwei Holzkräne auf, die die Steinriesen sicher von der Höhe herunterführen und auf geeignete Wagen zum Transport per Trecker verladen. Sie sind durch mächtige Drahttaue verankert und zwar teilweise in Zement und teilweise sind sie um kleinere Geschwister des Hauptsteinmassivs geschlungen. Das Wasser wird von Dreimühlen aus dem nie versiegenden Hauserbach durch eine oberirdische Rohrleitung gedrückt.</em> <br><em>Inzwischen ist man nicht sehr weit von dieser Arbeitsstätte entfernt, bei Pesch, auf&nbsp;ein gutes Travertinvorkommen gestoßen. Während an der Kakushöhle der Marmorberg 40 bis 50 Meter lang ist, hat man bei&nbsp;Pesch eine Länge von 300 Meter gemessen. Die Tiefe bzw. die Höhe der neuen Ader wird im Augenblick noch festgestellt.<br>Der Sägemeister ist ein gebürtiger Vorarlberger. Unter&nbsp;anderem hat er sich auch in&nbsp;Montevideo und in den Kordilleren den Wind um die Nase wehen lassen.</em>&nbsp;<em>1932 kehrte er heim</em>.<em> Die&nbsp;Arbeiter sind meistens in den umliegenden Dörfern beheimatet.“</em></p>
<cite>Soweit der Bericht von Herrn Nießen.</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="728" height="514" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-1.png" alt="" class="wp-image-309" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-1.png 728w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-1-300x212.png 300w" sizes="auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>Schwere Hebeanlagen (Derrick-Kran) am &#8222;ahle Koansteen&#8220;, 1938</sub></em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="597" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-1024x597.jpg" alt="" class="wp-image-872" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-1024x597.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-300x175.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-768x448.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-1536x896.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/02/Foto-Travertin-ahle-Koansteen-2-2048x1194.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>&#8222;ahle Koansteen&#8220; von Süden</sub></em></figcaption></figure>



<p>Der Abbau wurde 1942/43 eingestellt. Seit dieser Zeit überwuchern einheimische Pflanzen den ehemaligen Steinbruch, sodass man davon fast nichts mehr erkennen kann. Einzig und allein ein bearbeiteter, im äußeren Höhlenbereich liegende Quader bzw. ein aufgestelltes, geschnittenes Steinstück erinnert an den Travertinabbau vergangener Tage.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="509" height="374" src="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/travertinblock-1.jpg" alt="" class="wp-image-6476" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/travertinblock-1.jpg 509w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/07/travertinblock-1-300x220.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 509px) 100vw, 509px" /><figcaption class="wp-element-caption">verbliebener Steinquader an der Kakushöhle</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Travertinabbau &#8222;Mies&#8220;, Urfey</h3>



<p>Neben den bereits erwähnten Marmorsteinbrüchen an der Kakushöhle gab es einen weiteren Steinbruch zwischen Weyer und Urfey.</p>



<p>Das im Besitz der Familie Zingsheim aus Urfey befindliche Grundstück wurde zur Ausbeutung des Travertingesteins 1938 an Ludwig Mies von der Rohe verpachtet. Der Gesteinsabbau wurde von 1939 bis ca. 1944 durchgeführt. Details zu den Abbauarbeiten werden hier nicht beschrieben. Hierzu wird ausführlich in der Veröffentlichung „Mies im Westen“ berichtet. (siehe Literatur und Quellenangaben)</p>



<p>Ludwig Mies van der Rohe zählte zu den bekanntesten Architekten des 20. Jahrhunderts. Sein Bruder Ewald Mies hatte den elterlichen Steinmetzbetrieb in Aachen übernommen, und bearbeitete und handelte mit Steinmaterial. Er betrieb auch den Travertinsteinbruch in Urfey. Neben den erwähnten Tätigkeiten war er auch erfolgreicher Konstrukteur von Steinsägen und Steinbearbeitungsgerätschaften. Ewald Mies meldete mehrere Patente an. Das Patent einer Steinseilsäge, Patent Nr, 803029, wurde am 02.10.1948 angemeldet und am 18.01.1951 veröffentlicht. Nachfolgend wird das Patent einer Steinseilsäge von 1931/32, Patent Nr. 548791 dargestellt.</p>



<p><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" class="wp-image-783" style="width: 400px;" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent1.png" alt="" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent1.png 1068w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent1-300x213.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent1-1024x727.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent1-768x545.png 768w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />  <img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="315" class="wp-image-782" style="width: 400px;" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent2.png" alt="" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent2.png 452w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent2-300x236.png 300w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent3-e1675177078389-1024x768.png" alt="" class="wp-image-781" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent3-e1675177078389-1024x768.png 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent3-e1675177078389-300x225.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent3-e1675177078389-768x576.png 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/Patent3-e1675177078389.png 1482w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em><sub>technische Zeichnung Patent, Ewald Mies, Steinseilsäge, 1931</sub></em></figcaption></figure>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eifelvereinsblatt März und April 1913</li>



<li>Eiserfeyer Schulchronik 1936-1967</li>



<li>Euskirchener Volksblatt, April 1938,</li>



<li>Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend (Amtliches Kreisblatt),13.April 1895,</li>



<li>Kreisarchiv Euskirchen SLE I. 198 / 425-426 u  SLE I. 197 / 015 ff</li>



<li>dito SLE I.&nbsp; 198 / 160 ff, SLE I. 190 / 227 ff, SLE&nbsp; I. 198 / 510, SLE I. 195.2 / 049</li>



<li>Stadtarchiv Mechernich</li>



<li>Fotos Privat</li>



<li>Gemeindearchiv Nettersheim Lageplan von den Grundstücken am Kartstein, Gemarkung Weyer</li>



<li>dito Eifeler Volkswacht EIFLIA Heimatblätter Nr. 2, 1929</li>



<li>dito div. Schriftverkehr der Gemeinde Weyer mit Kreis Schleiden</li>



<li>dito Gerichtsurteil vom 25.10.1927 KA 6866</li>



<li>dito Schreiben Landrat an Fa. Nobis-Lancier vom 02.12.1937</li>



<li>Peter Lorenz Könen; Eifeler-Travertin für das Reichsparteitagsgebäude in Nürnberg. Arbeitsgruppe Bergbaugeschichte. 2. Auflage, Mechernich 2013</li>



<li>Norbert Hanenberg, Daniel Lohmann, Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann: Ludwig Mies von der Rohe, Mies im Westen, Projekte und Spuren im Rheinland. Geymüller Verlag, Aachen 2022</li>



<li>Patentschrift Nr. 548791, Ewald Mies in Aachen, Steinsäge, bei der zur gleichzeitigen Vornahme mehrerer Schnitte ein endloses Drahtseil verwendet wird.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(15) Travertinabbau &#8222;im Auel&#8220;</title>
		<link>https://www.eiserfey.de/2023/06/travertinabbau_im_auel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann W. Mießeler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 07:25:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches Feytal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://dev.eiserfey.de/?p=6093</guid>

					<description><![CDATA[Johann W. Mießeler Nach amtlichen Unterlagen und Aufzeichnungen wurde Travertin umfangreich unterhalb (1913 &#8211; 1932) [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Johann W. Mießeler</p>



<p>Nach amtlichen Unterlagen und Aufzeichnungen wurde Travertin umfangreich unterhalb (1913 &#8211; 1932) und neben der Kakushöhle links der Straße in Richtung Weyer (1937 &#8211; 1942) im Steinbruch  abgebaut.</p>



<p>Schon im 18. Jahrhundert soll von Kloster Steinfeld hier in Steinbrüchen der Marmor abgebaut worden sein.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center" style="grid-template-columns:36% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="578" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-578x1024.jpg" alt="" class="wp-image-306 size-full" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-578x1024.jpg 578w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-169x300.jpg 169w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-768x1360.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-867x1536.jpg 867w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-1156x2048.jpg 1156w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/Travertin-Abschnitt2-scaled.jpg 1445w" sizes="auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Travertin gehört zu der Gruppe der Sedimentgesteine und ist ca.100.000 bis 800.000 Jahre alt. Der Name kommt aus dem italienischen <em>travertino</em> und bedeutet „Stein aus Tivoli“. Travertin ist ein mehr oder weniger poröser Kalkstein, der in verschiedenen Farben (Gelb, Beige, Braun und Rot) vorkommt und aus kalten, warmen oder heißen Süßwasserquellen als Quellkalk chemisch ausgefällt wurde. (Ausscheiden von gelösten Stoffen in Form von Kristallen, Flocken oder Tröpfchen). Dieser Süßwasserkalk besteht fast ausschließlich aus Calciumcarbonat (CaCO³)<sub>.</sub></p>



<p>Travertin ist auf den Kontinenten weit verbreitet. Die Vorkommen sind meist nicht sehr mächtig. Mit der Kakushöhle bietet sich uns ein gleich vor der Haustür gelegenes, eindrucksvolles und anschauliches Beispiel eines solchen Vorkommens.</p>
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<p>Travertin wird im Bauwesen als Naturstein und zur Dekoration verwendet. Dass der Abbau des hiesigen Travertingesteins einmal wirtschaftlich bedeutend werden sollte, war im Jahr 1895 noch nicht abzusehen. Im März 1895 berichtete das &#8222;Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung&#8220;: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">&#8222;<em>Über Eifelmarmor ist in der letzten Zeit viel in den Zeitungen berichtet worden, welcher in den Kreisen Schleiden, Prüm und Daun gefunden worden sei und der die Güte des belgischen Marmors noch übertreffen solle. Proben von Eifelmarmor wurden schon vor 2 Jahren von einem Baubeamten im Kölner Eifelklub gezeigt. Damals wurde behauptet der Eifelmarmor gleiche dem Baustoff des neuen Palais in Potsdam. Vom Eifelmarmor sollen Altäre und Taufsteine der alten Klosterkirche zu Steinborn hergestellt worden sein. Es heißt, die königliche Regierung wolle eine Untersuchung über Bauwürdigkeit veranlassen.</em>&#8222;</p>
</blockquote>



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<figure class="wp-block-image alignwide size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="644" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image.png" alt="" class="wp-image-308" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image.png 819w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-300x236.png 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2022/12/image-768x604.png 768w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Travertin-Steinbruch an der Ölmühle, bis 1930/31</figcaption></figure>



<p>Im Jahr 1913 erschloss Everhard Esser, als damaliger Besitzer der Kakushöhle, einen Marmorsteinbruch <strong>unterhalb der Kakushöhle im Bereich der Ölmühle</strong> in Eiserfey, den ersten seiner Art in der Eifel, wie es im Eifelvereinsblatt vom März 1913 hieß. Auf einer Ausstellung anlässlich des Jubelfestes zum 25-jährigen Bestehen des Eifelvereins in Trier im Mai 1913 wurden bereits kleinere, aus Travertin gefertigte Gegenstände gezeigt. Wie weiter berichtet wurde, fanden die präsentierten Wanduhren, Schreibzeuge, Briefbeschwerer, Kartenhalter, Löscher usw. die Bewunderung der Ausstellungsbesucher. <br>Der Bedarf an Travertin wuchs stetig an. Zeugnis davon gaben Futtertröge, vor allem aber Grabsteine und Grabeinfassungen. Wie im vorerwähnten Eifelvereinsblatt geschrieben, sah man eine &#8230;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><em>Reihe säuberlich polierter Proben schönen Marmors aus seinem jüngst erschlossenen Steinbruch. Es waren meist Stücke von prachtvollem Bundmarmor mit weißen und weinroten Adern von feiner kristallinischer Struktur; besonders interessant für den Geologen waren mehrere Stücke, deren Struktur noch deutlich den Aufbau des Gesteins aus devonischen Korallenstöcken erkennen ließ.</em>“</p>
</blockquote>



<p>Diese fossilreichen Kalksteine &nbsp;wie der „Eifelmarmor“ lassen sich gut polieren und waren aufgrund ihrer auffallenden Musterung als Werkstein beliebt.</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="853" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web-1024x853.jpg" alt="" class="wp-image-759" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web-1024x853.jpg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web-300x250.jpg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web-768x640.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web-1536x1280.jpg 1536w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/1930-Steinbruch-Oelmuehle-1web.jpg 1845w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Steinbruch an der Ölmühle, 1930</figcaption></figure>



<p>Nach Everhard Essers Tod 1914 wurde der Steinbruchbetrieb an der Kakushöhle bis 1932 von der Firma Horst in Hürth weitergeführt.</p>



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<p>Die Kreisverwaltung Schleiden erkannte frühzeitig den drohenden Verlust des einmaligen Gesteins und Kulturgut und kaufte nach schwierigen Verhandlungen 09.04.1913 das Zentrum der Kakushöhle von Everhard Esser. Die von 36.000 Mark auf 20.000 Mark stark reduzierte Kaufsumme konnte nur mit großzügiger Unterstützung durch Spenden von Privatleuten und Institutionen gezahlt werden. Der Abbau ging dennoch weiter, obwohl die Kakushöhle als „großartiges Naturdenkmal“ eingestuft wurde und „seine Erhaltung eine Notwendigkeit“ sei. <br>Die starke Landschaftsveränderung stieß auch auf den Widerstand von Wissenschaftlern, darunter Professor C. Radermacher, der Direktor des Museums für Ur- und Frühgeschichte und Professor Dr. A. Danneberg von der Technischen Hochschule in Aachen. Er beschreibt in einem geologischen Gutachten, dass die dem Hauptfelsen vorgelagerten Blöcke nur abgestürzte Teile der großen Travertinmasse seien und nur alle zusammen das beeindruckende Gesamtbild ergeben würden, aus dem kein Teil ohne Schaden für das Ganze herausgenommen werden könne. <br>Die gesammelten Erkenntnisse führten dazu, dass zunächst ein Teilbereich der Kakushöhle mit Polizeiverordnung vom 05.04.1927 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Diese Verordnung löste bei den wirtschaftlich betroffenen Unternehmen einen Sturmlauf der Entrüstung aus. Gerichtlich wurde dagegen vorgegangen, da abgeschlossene Lieferverträge nicht mehr erfüllt werden konnten.  Ebenso betroffen von dieser Maßnahme waren die Eigentümer der an Gebr. Horst verpachteten Grundstücken, u.&nbsp;a. auch der Urgroßvater des Autors, da für 10 Tonnen (4 m³) abgebauten Travertin ein Betrag von 20,00 RM gezahlt wurde. <sup>  </sup></p>



<p>Der Kreis versuchte nach und nach Grundstücke von den angrenzenden privaten Grundstückseignern zu erwerben. Dennoch wurden die nicht unter Naturschutz gestellten Randgebiete weiter ausgebeutet. </p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="857" height="1024" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/sprengen1-857x1024.jpg" alt="" class="wp-image-787" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/sprengen1-857x1024.jpg 857w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/sprengen1-251x300.jpg 251w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/sprengen1-768x918.jpg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/01/sprengen1.jpg 1279w" sizes="auto, (max-width: 857px) 100vw, 857px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Fa. Gebr. Horst beantragte am 26. März 1927 beim Bürgermeister in Zingsheim eine Genehmigung zum Sprengen von Steinblöcken.</figcaption></figure>



<p>Die Firma Gebr. Horst stellte im Januar 1929 den Antrag, eine Transportbahn vom Steinbruch bis auf Höhe der Straße nach Dreimühlen zu bauen. Die Bahn war ca. 90 Meter lang und hatte einen Höhenunterschied von 24 Metern zu überwinden. Die Transportwagen konnten Steinblöcke von 2 m³ tragen und wurden über Seilantrieb von einem 20 PS starken Motor gezogen. Nach Errichtung der Transportanlage sollten 15 bis 20 Arbeiter beschäftigt werden. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="824" src="https://dev.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/word-image-2119-6-1024x824.jpeg" alt="" class="wp-image-2125" srcset="https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/word-image-2119-6-1024x824.jpeg 1024w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/word-image-2119-6-300x241.jpeg 300w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/word-image-2119-6-768x618.jpeg 768w, https://www.eiserfey.de/wp-content/uploads/2023/03/word-image-2119-6.jpeg 1385w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Plan der Transportanlage 1929</figcaption></figure>



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<p>Nachdem der Bereich der Kakushöhle unter Naturschutz gestellt wurde und der Abbau geringer wurde, verlagerte sich der Travertinabbau auf die andere Straßenseite zum<a href="https://www.eiserfey.de/2023/06/travertinabbau_ahle_koansteen/" data-type="post" data-id="6095"> &#8222;ahle Koansteen&#8220;</a>.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Quellen:</h5>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eifelvereinsblatt März und April 1913</li>



<li>Eiserfeyer Schulchronik 1936-1967</li>



<li>Euskirchener Volksblatt, April 1938,</li>



<li>Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgegend (Amtliches Kreisblatt),13.April 1895,</li>



<li>Kreisarchiv Euskirchen SLE I. 198 / 425-426 u  SLE I. 197 / 015 ff</li>



<li>dito SLE I.&nbsp; 198 / 160 ff, SLE I. 190 / 227 ff, SLE&nbsp; I. 198 / 510, SLE I. 195.2 / 049</li>



<li>Stadtarchiv Mechernich</li>



<li>Fotos Privat</li>



<li>Gemeindearchiv Nettersheim Lageplan von den Grundstücken am Kartstein, Gemarkung Weyer</li>



<li>dito Eifeler Volkswacht EIFLIA Heimatblätter Nr. 2, 1929</li>



<li>dito div. Schriftverkehr der Gemeinde Weyer mit Kreis Schleiden</li>



<li>dito Gerichtsurteil vom 25.10.1927 KA 6866</li>



<li>dito Schreiben Landrat an Fa. Nobis-Lancier vom 02.12.1937</li>



<li>Peter Lorenz Könen; Eifeler-Travertin für das Reichsparteitagsgebäude in Nürnberg. Arbeitsgruppe Bergbaugeschichte. 2. Auflage, Mechernich 2013</li>



<li>Norbert Hanenberg, Daniel Lohmann, Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann: Ludwig Mies von der Rohe, Mies im Westen, Projekte und Spuren im Rheinland. Geymüller Verlag, Aachen 2022</li>



<li>Patentschrift Nr. 548791, Ewald Mies in Aachen, Steinsäge, bei der zur gleichzeitigen Vornahme mehrerer Schnitte ein endloses Drahtseil verwendet wird.</li>
</ul>



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